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Celle Stadt Seit 80 Jahren ein zauberhafter Celler Typ
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Seit 80 Jahren ein zauberhafter Celler Typ
16:31 11.04.2018
Quelle: Peter Bierschwale
Celle Stadt

Am 12. April 1928 wird Timme in Wietzendorf geboren und wächst dort auf. In Wietzendorf wird Platt gesprochen, und das prägt ihn: Bis heute spricht er zuhause plattdeutsch.

Nach dem Abschluss der Volksschule zieht er nach Celle um, weil er Lokführer werden will und vorher eine Lehre zum Maschinenschlosser absolvieren muss. Im Jahr 1942 beginnt er bei der „Dampflokomotivwerkstatt der Celler Eisenbahnen“ eine dreieinhalbjährige Lehre. Dann wird er „Lokanwärter“ und ist 1952 fertig mit der Ausbildung. Nun kann er endlich eine Familie gründen und die Wietzendorferin Elisabeth von Geyso heiraten, die er seit seinem sechsten Lebensjahr kennt und mit der er in Wietzendorf zusammen aufgewachsen ist.

Ein Jahr später kommt Tochter Marion zur Welt. Die Familie baut 1963 ein Reihenhaus im Klein Hehlener „Musiker-Viertel“.

Doch lange vor seiner Tätigkeit als Lokführer hatte ihn etwas anderes fasziniert: Im Alter von zehn Jahren bekam er einen Zauberkasten geschenkt. Den fand er „interessant“ und begann, die mitgelieferten Tricks auszuprobieren. Doch er wollte mehr können und suchte sich einen Ausbilder in Hannover, legte eine Prüfung ab und nahm außerdem Sprach- und Schauspielunterricht. Seine Feuertaufe für die Bühne bestand er zu Weihnachten 1951 im „überfüllten“ großen Saal des Hotels Hartmann in Wietzendorf. Der Auftritt gelang wohl ganz gut und gab Mut für weitere Ambitionen.

„Wir Magier traten alle mit Hut und Zylinder auf – alles andere war damals undenkbar“, erzählt Timme: „Damals verfügte man allerdings nicht über ein abendfüllendes Programm. Es war nicht üblich, an einem Abend als Alleinunterhalter aufzutreten. Es gab immer noch Sänger oder Tänzerinnen“. Mit seiner Zauberkarriere ging es zügig voran, zumal er eigene Tricks entwickelte. Er trat dann „von Rendsburg bis Bad Dürrheim“ in ganz Deutschland auf, schließlich sogar im Fernsehen. Doch reich konnte man mit solchen Auftritten damals nicht werden: „Hauptsache, die Gage deckte die Unkosten. Der Applaus war der Lohn des Künstlers.“

Als Lokführer kam er häufig am Flugplatz in Scheuen vorbei: „Einmal kreuzte ein doppelsitziges Segelflugzeug mein Gleis, es war direkt über mir und landete in Scheuen. Das sah toll aus! Das Fliegen hatte mich schon immer interessiert, aber ich hatte ja zwei Berufe, außerdem eine Familie und deswegen dafür keine Zeit.“

Bei einem Besuch der „Flugsportvereinigung Celle“ in Scheuen im Jahr 1969 bot er den Segelfliegern ein Tauschgeschäft an: einen kostenlosen Zauberauftritt gegen einen Segelflug. Doch der damalige Vorsitzende und Hermann Timme wurden sich nicht handelseinig, denn ihm wurde nur ein „Gastflug“ angeboten, da wäre an Timmes Platz der Steuerknüppel abgebaut worden. Aber den wollte er unbedingt in der Hand halten – auch, wenn er nicht selbst geflogen wäre. Denn sein Wunsch war es, „einmal in einem Segelflugzeug zu sitzen und den Steuerknüppel in der Hand zu halten!“

„Da gab es nur die Alternative, der Vereinigung beizutreten“, so Timme. Die Entscheidung fiel ihm leichter, weil Tochter Marion allmählich erwachsen wurde. Also trat er in die Flugsportvereinigung ein, lernte das Segelfliegen und erwarb insgesamt fünf Pilotenscheine, auch für Motorflugzeuge. Das gab ihm die Gelegenheit, ganz Europa fliegerisch kennenzulernen. England, Frankreich oder das ehemalige Jugoslawien bildeten einige seiner Ziele. Doch die weiteste Tour unternahm er mit einem dreiwöchigen Flug vom Nordkap bis nach Marrakesch. Das war gar nicht so einfach, wie er betont, denn damals gab es noch kein GPS, und sein Mitflieger konnte die Flugkarten nicht lesen.

Später trat er einer internationalen Flugsportvereinigung bei, was ihm zusätzliche Möglichkeiten eröffnete. Einen Höhepunkt bildete für ihn ein Sternflug mit 85 Flugzeugen nach Petersburg, der allerdings wegen interner Streitigkeiten und Problemen mit den Behörden im weißrussischen Wizebsk endete.

Im Alter von 85 Jahren gab er das Fliegen schließlich auf, wenn auch nicht ganz freiwillig. Da kam wieder Tochter Marion ins Spiel. Timme hatte Marion mit seiner Begeisterung für das Fliegen angesteckt, die erwarb auch eine Lizenz für Motorflugzeuge. Das Fliegen stellte für sie eigentlich nur ein Hobby dar, denn beruflich ist sie Fachärztin für Innere Medizin mit eigener Praxis in Lübeck. Offenbar führte diese Kombination dazu, dass sie als erste Frau zur Leiterin einer „fliegerärztlichen Untersuchungsstelle“ der „Klasse I“ ernannt wurde. Sie prüft als so genannte „Fliegerärztin“ medizinisch die Flugtauglichkeit aller Piloten in Norddeutschland, auch die der Berufspiloten. „Das ist schon eigentümlich“, sinniert Hermann Timme in einer Mischung aus väterlichem Stolz und Wehmut: „Da ziehst du das Mädchen groß, bringst sie zum Fliegen – und dann entscheidet sie über deine Flugtauglichkeit!“

Von Peter Bierschwale

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