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Celle Stadt Selbstgewählter Abgang: Salinenmoor-Leiter geht in Ruhestand
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Selbstgewählter Abgang: Salinenmoor-Leiter geht in Ruhestand
15:33 27.02.2014
Von Oliver Gatz
Stolz auf das Erreichte: Peter Oberländer, Leiter der Justizvollzugsanstalt Salinenmoor. Quelle: Alex Sorokin
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"Niemand hat mich aufgefordert, das sinkende Schiff zu verlassen", sagt der Sozialdirektor mit Blick auf die Schließung der Haftanstalt zum Jahresende. Diese Entscheidung hält er für "nachvollziehbar" und "verständlich". Interims-Nachfolger wird Winfried Geppert, der insbesondere die Verlegung der 123 Bediensteten an neue Standorte organisieren wird.

Der Beginn seiner neuen Aufgabe in Salinenmoor im Dezember 2007 war für Oberländer gleich mit einer schweren Krise verbunden. Im Januar des darauffolgenden Jahres hatten in einer Gemeinschaftszelle zwei Gefangene einen Häftling misshandelt. Die Peiniger wurden später vom Landgericht Lüneburg zu Haftstrafen von einem Jahr und sieben Monaten beziehungsweise zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt. "Das war kein guter Einstieg für mich. Ich habe aber gesehen, welche Baustellen es hier gab", blickt Oberländer zurück.

Der Prozess habe gezeigt, dass der Haftanstalt kein Vorwurf gemacht werden konnte, erinnert sich der Gefängnisleiter. Der Vorfall hatte jedoch die Konsequenz, dass die Einzelunterbringung der Gefangenen stark vorangetrieben wurde. Im Gegenzug wurden Gemeinschaftsunterkünfte in Salinenmoor zurückgefahren.

Oberländer, der 1976 in den Justizvollzug eintrat, zieht am Ende seiner beruflichen Karriere eine positive Bilanz: "Wir haben hier einen guten Job gemacht. Salinenmoor ist gut aufgestellt." Insbesondere die berufliche Bildung und die Beschäftigung von Gefangenen habe ihm immer am Herzen gelegen. Auf das Erreichte ist Oberländer stolz: Die Beschäftigungsquote in Salinenmoor ist mit gut 80 Prozent überdurchschnittlich hoch.

Der in Dalle im Landreis Celle geborene Oberländer lebt seit vielen Jahren in Wolfenbüttel, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er blickt auf eine Vielzahl beruflicher Stationen und Ehrenämter zurück, darunter 20 Jahre Kreistagsabgeordneter und zehn Jahre Stadtratsmitglied der SPD in Wolfenbüttel. In den vergangenen Jahren pendelte er täglich zu seiner Arbeitsstelle bei Hustedt. Jetzt freut sich der leidenschaftliche Sportler, der den Halbmarathon in beachtlichen rund zwei Stunden schafft und regelmäßig am Wasa-Lauf teilnimmt, auf seinen (Un-)Ruhestand.

"Ich will zunächst in die Bedeutungslosigkeit fallen und sehen, wie sich Ruhestand anfühlt", scherzt der 62-Jährige. Doch ganz so ruhig soll es dann doch nicht sein: Oberländer will sich ein Rennrad zulegen, über die Alpen wandern und als Südtirol-Fan Italienisch lernen.