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Celle Stadt Selbsthilfetag in Celler Innenstadt
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Selbsthilfetag in Celler Innenstadt
12:45 05.06.2012
Burnout tritt meist in der Mitte des Berufslebens auf. Die anf‰ngliche Begeisterung f¸r den Job ist verblasst. Das Gef¸hl, sich nicht weiterzuentwickeln, r¸ckt in den Vordergrund. Quelle: Barmer GEK
Celle Stadt

Die Gruppe für „Burnout“-Betroffene befindet sich noch im Aufbau. Antriebslosigkeit, ständige Müdigkeit, sozialer Rückzug und das Gefühl von nicht mehr zu bewältigendem Stress – das alles können Anzeichen für einen so genannten „Burnout“ sein. Das Thema ist derzeit in aller Munde. Spätestens seit dem Bekanntwerden von prominenten Fällen wie Sven Hannawald und Ralf Rangnick werden Lösungsansätze öffentlich diskutiert. Eine Selbsthilfegruppe existiert in Celle noch nicht. Das soll sich in den kommenden Wochen ändern.

„Das größte Problem ist, dass Burnout noch keine anerkannte Krankheit ist“, sagt der Initiator der Gruppe Holger Bauer (Name von der Redaktion geändert). „Meistens werden die Patienten nach der Diagnose in den Bereich Depression gesteckt. Es gibt kein Standardverfahren. Die Wege der Behandlung sind so vielfältig wie die Ursachen.“

Bauer selbst musste vor gut zwei Jahren eine erschöpfungsbedingte Auszeit vom Berufsleben nehmen. Zu der Zeit arbeitete er in Süddeutschland. „Als Betroffener registriert man erst spät, dass die ständige Antriebslosigkeit ein Burnout sein könnte. Jeder ist mal müde und ein Urlaub lädt die Akkus in den meisten Fällen wieder auf. Doch wenn die Angst vor der Arbeit Monate oder sogar Jahre andauert, sollte man unbedingt zum Arzt gehen. Irgendwann macht auch der Körper nicht mehr mit.“

Ein ganzes Jahr hat es gedauert, bis Bauer wieder auf dem Damm war. Der Umzug nach Celle war dabei ein wichtiger Schritt. „Eine Neuorientierung ist entscheidend, doch bis zur Heilung kann es ein langer Weg werden. Betroffene müssen ihr Handeln immer wieder reflektieren, um nicht zurückzufallen. Manche sind ihr Leben lang gefährdet, andere kommen erst gar nicht in diese Situation.“

Eine Selbsthilfegruppe hat dem Initiator damals auf dem Weg der Besserung geholfen. Und diese Hilfe möchte er jetzt auch in Celle aufbauen. „Viele Betroffene wissen im ersten Moment nicht, was mit ihnen los ist. Sie kämpfen mit ihrem schwierigen Gemütszustand. In der Gruppe treffen sie auf Menschen, die das nachvollziehen können.“

Das Angebot richtet sich sowohl an Erkrankte, als auch an Angehörige. Auch wer sich nicht sicher ist, ob er einen Burnout hat, kann sich in der Gruppe wertvolle Tipps holen. Doch ein vorheriger Arztbesuch wird empfohlen, um sicher zu gehen.

Die Selbsthilfegruppe Burnout steht kurz vor ihrer Gründung. Am 13. Juni um 18 Uhr veranstaltet Holger Bauer einen Info-Abend in den Räumen der KIBiS-Beratungsstelle, Alt Groß Hehlen 21. Beim Selbsthilfetag wird die Gruppe noch nicht vertreten sein.

Selbsthilfetag

Der Selbsthilfetag wird am 9. Juni von der Beratungsstelle KIBiS veranstaltet. Von 10 bis 14 Uhr geben 26 Gruppen aus dem gesamten Landkreis Celle in der Poststraße einen Einblick in ihre Arbeit. Der stellvertretende Landrat Thomas Adasch eröffnet die Infomeile um 10 Uhr. Als weitere Redner werden Stadtrat Stephan Kassel und der Gesundheitsamtsleiter Carsten Bauer erwartet. Besucher erhalten neben vielen Infos auch ein aktuelles Verzeichnis aller Selbsthilfegruppen von A bis Z. Weitere Informationen gibt es auf www.kibis-celle.de.

Von Stefan Kübler