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Celle Stadt Selten vermisst: Fundsachen in Taxis
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Selten vermisst: Fundsachen in Taxis
16:43 27.08.2010
Taxifahrer Patrick Bersaglia: "Viele fragen gar nicht nach ihren verlorenen Handys." Quelle: Margitta True
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„Einmal war auch eine Kamera dabei, oder ein Fernglas, Medikamente und eine volle Einkaufstasche.“ Schals und Mützen gehörten ohnehin zum Sammelsurium der Fundstücke. Sein Kollege Klaus Lutter, der mit seinem Taxi schon bei Dreharbeiten für die Fernsehserie „Lehrer Specht“ vor der Kamera gestanden hatte, fand sogar eine Zahnprothese. Margarete Böttcher, Disponentin des Taxen Funk Service, weiß von Inline Skatern, CDs, Einkaufstüten, Sporttaschen. Die Sachen werden acht Tage lang aufbewahrt und dann dem Fundbüro übergeben.

Oft erkundigen sich die Fahrgäste aber nicht nach ihren Sachen. „Und das obwohl viele teure iPods dabei sind“, wundert sich Dirk Weiermann, der auch Broschen gefunden hat, neben Kleinigkeiten wie Knöpfen, Kofferanhängern oder Regenschirmen. „Manche Dinge rutschen schnell mal in den Fußraum oder in die Ritze wo der Anschnallgurt befestigt wird.“ Die Fahrer versuchen in der Regel, die Fundsachen zu ihren Kunden zurück zu bringen, doch ein Dankeschön, ärgert sich Weiermann, gebe es nicht immer. „Viele denken tatsächlich, das gehöre zu unserer Aufgabe.“ Auch die Teaxiunternehmer Stefano Bersaglia und Friedrich Selmke bestätigen, dass Handys bevorzugt vergessen werden. Selmke: „Ich frage erst nach, wo die Leute eingestiegen sind um heraus zu finden, ob ihnen die Fundsache wirklich gehört. Dann bringe ich es auch schon mal hin.“ Klaus Lutter konnte den Eigentümer einer Brieftasche ausfindig machen und sie dem Rentner ins Seniorenheim zurück bringen, „der war so froh und glücklich, seine Sachen wieder zu haben“.

Martin Fündeling, Geschäftsführer der Taxen-Funk-Ruf GmbH in Celle, weist auf das Online Fundbüro seines Unternehmens hin, in dem der Kunde unter der Webadresse www.taxi28001.de Suchanzeigen aufgeben, aber auch einsehen kann, was bereits in den Wagen gefunden wurde. Hier sind Fundsachen wie ein Rucksack, ein Krückstock sowie etliche Kontokarten und Schlüsselbunde eingestellt. „Wir denken, diese Online Fundbörse gehört zu unserer Dienstleistung“, sagt Fündeling. „Bei Anruf starten wir eine Recherche, ob wir die Fahrt gemacht haben und fragen dann den entsprechenden Fahrer.“ So gelangen auch Videokamera und liegen gelassene Hochzeitsgeschenke wieder zu ihren Besitzern zurück.

Bettina Höger fährt ein Großraumtaxi und bringt unter anderem fröhliche Cliquen zu Discos und Bars. „Die jungen Leute lassen oft ihre Wertsachen im Auto liegen, teure Handys, Papiere, und Geld.“ Die Eltern seien es dann, die sich bei der Taxifahrerin für die Rückgabe bedankten. „In den vergangen Jahren hat es zugenommen,dass junge Leute volltrunken unterwegs sind. Einer hat sogar mal seine Partnerin im Auto vergessen.“

Von Margitta True