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Celle Stadt Semesterstart mit biologischen Bomben
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Semesterstart mit biologischen Bomben
15:32 10.02.2012
Collegium Cellense, Vortrag: Warum duften Blumen und schmecken Samen bitter, 9.2.12 Quelle: Martina Hancke
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Die gestellte Frage konnte der Professor den Zuhörern natürlich beantworten: Da Pflanzen sich im Gegensatz zu Tieren nicht bewegen können, sind sie auf die Hilfe von Bestäubern und Transporteuren angewiesen. Die Bestäuber, zum Beispiel Bienen oder auch Kolibris, tragen die Pollen von Blüte zu Blüte. Um sie anzulocken, benutzen die Pflanzen verschiedene Farb- und Duftstoffe.

Die Samen hingegen schmecken bitter, weil sie nicht gefressen werden sollen. Auch zu ihrer Verteilung wird Hilfe benötigt: Die so genannten Transporteure sind zum Beispiel Vögel, die die süßen und attraktiven Früchte fressen, aber den Kern, die Samen, wieder ausscheiden. Um ihre nächste Generation, die Samen oder Knollen zu schützen, haben die Pflanzen Dornen oder Stacheln und der Samen eine harte Schale.

„Das allein reicht noch nicht“, erläuterte Prof. Selmar. Die Pflanzen nutzen außerdem noch Gifte, die entweder schon vorhanden oder aber in einer „biologischen Bombe“ als Vorstufen enthalten sind. Um die Wirkung zu verdeutlichen, bat der Pflanzenexperte fünf Freiwillige auf die Bühne. Sie sollten ein Radieschen probieren und sagen wie es schmeckt. Die Kinder waren einer Meinung: Bei längerem Kauen wird das Radieschen schärfer. Das liegt an den darin enthaltenen giftigen Pflanzenstoffen.

Am Ende erläuterte der Professor, dass die Menschen Wege gefunden haben, Pflanzenstoffe sinnvoll zu nutzen: Als Gewürze, Aromastoffe, Farbstoffe wie Henna oder zum Beispiel als Duftstoffe wie Parfüms. In der nächsten Vorlesung am 23. Februar wird Professor Dr. Jens Friedrichs vom Institut für Flugantriebe von der TU Braunschweig erklären, „Warum ein Flugzeug mehr als einen Motor braucht“.

Von Martina Hancke