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Celle Stadt Seniorinnen-WG in Celle feiert zehnjähriges Bestehen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Seniorinnen-WG in Celle feiert zehnjähriges Bestehen
18:28 31.08.2017
Elf Seniorinnen leben an der Hattendorffstraße zusammen unter einem Dach. Jedes Mitglied der Wo-Ge hat eine eigene Wohnung. Gemeinsam kümmern sie sich um das Hochbeet im Garten und besprechen zweimal im Monat, was gerade anliegt. Quelle: Michael Schäfer
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Den Grundstein für dieses Zusammenleben legte der Hospiztag 2005 mit dem Motto „Gemeinsam statt einsam“, bei dem eine gemeinschaftliche Form des Wohnens für betagte Menschen vorgestellt wurde.

Der Celler Bau- und Sparverein (CBS) suchte damals eine Gruppe von Senioren als Mieter für die Hattendorffstraße und erlaubte den Bewohnern, bei der Gestaltung ihrer neuen Wohnungen mitzuwirken. 18 Personen trugen sich in die Interessentenliste ein und trafen sich bei einer ersten Gruppensitzung. „Auch heute, zehn Jahre später ist es ein schönes Miteinander mit dem CBS“, meint Clothilde Vette, eine der fünf ersten Bewohnerinnen. Um bei der Vergabe der Wohnungen mitreden zu dürfen, schlossen die Bewohner einen Kooperationsvertrag mit der Genossenschaft.

Im Oktober 2007 wurde das erste gelbe Haus fertig und den Pionieren übergeben. Dorothea Bodi, Renate Pioch, Margret Thiel und Clothilde Vette waren die ersten, die ihre neue Heimat bezogen und auch heute noch bewohnen. Während der vergangenen zehn Jahre sind einige Bewohner zugezogen und auch wieder weggezogen. Heute umfasst die Gemeinschaft, deren neueste Bewohnerin vor einem Jahr zuzog, elf Frauen. „Zwischenzeitlich bewohnte auch ein Mann eine der zugehörigen Wohnungen, entschied sich aber nach zwei Jahren zu seiner Liebe in die Heide zu ziehen“, resümiert Vette.

Wenn Menschen zusammen leben, kommt es schon mal zu Reibereien. Gerade in einer Wohngemeinschaft, in der jeder Bewohner zuvor sein eigenes Leben führte, eine Familie um sich hatte und berufstätig war, seien Toleranz und Rücksicht im Umgang wichtig. Für besondere Fälle wurde daher schon früh beschlossen, einen unparteiischen Mediator einzuschalten, wenn die Bewohner sich nicht einigen könnten. Doch dazu kam es in der vergangenen Dekade nur ein einziges Mal.

Nach einigen Jahren des Zusammenlebens waren alle Ziele, die zu Beginn der Wohngemeinschaft gesteckt wurden, erreicht. Neue Ziele mussten her, um den Zusammenhalt wieder zu stärken. Ein Grundstein des Zusammenlebens sei, nichts unter den Teppich zu kehren, so Vette. Deshalb gebe es zur Besprechung wichtiger Themen zweimal im Monat eine Versammlung. Um die neuen Nachbarn besser kennenzulernen, besuchte Karin Matzmoor bereits ein Jahr vor ihrem Einzug die Versammlungen. Nun fühlt sie sich in der neuen Umgebung gut aufgehoben.

Miteinander unternehmen die elf Seniorinnen Ausflüge, zum Beispiel zum Bodensee und in den Bayerischen Wald. Oder sie fahren zum Spargelessen auf einen Hof. Und wenn die Gruppe mal zu Hause bleibt, findet sich stets jemand für einen Spaziergang oder einen Plausch auf der Gartenbank.

Von Stefan Zutz