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Celle Stadt Septembersonne sorgt für süße Rüben im Landkreis
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Septembersonne sorgt für süße Rüben im Landkreis
17:06 12.10.2016
Von Maren Schulze
Celle Stadt

Jürgen Mente, Vorsitzender des Celler Landvolks und Landwirt in Diesten, zieht für den Celler Raum eine gute Bilanz, was die Qualität der Feldfrüchte angeht. „Beim Getreide haben wir zehn Prozent weniger geerntet, als im vergangenen Jahr, aber da war die Ernte auch sehr gut.“ So haben die Landwirte hier eine Ernte wie im Durchschnitt der vergangenen Jahre eingefahren.

Den Rüben haben die Sonnenstrahlen aus dem September und der fehlende Regen eine überdurchschnittliche Süße eingehaucht. Das wird sich auch im Preis bemerkbar machen. „Auch bei der Braugerste waren die Eiweißwerte optimal“, erklärt Mente. „Und das ist nicht immer so.“ Zudem war es ein gutes Maisjahr, auch wenn die Häcksler bereits 14 Tage früher ins Ernte-Rennen gingen. „Durch das warme Wetter waren die Früchte vor der Zeit reif geworden. Die Pflanzen sind gut gewachsen und wir haben beim Mais gute Ergebnisse.“ Wird denn nun immer mehr Mais angebaut im Celler Land? Als Futter für die Biogas-Anlagen. „Nein“, sagt Mente. „Die Anbauflächen haben sich bei knapp unter 14.000 Hektar eingependelt. Die Zahl der Biogasanlagen ist stabil und auf rund 2000 Hektar der Maisanbaufläche wird nicht für Biogasanlage, sondern für Viehfutter geerntet.“

Auch bei den Kartoffeln sind die Bauern zufrieden. „Die Qualität ist gut und ab Weihnachten rechnen wir mit guten Preisen“, sagt Mente. Sein Stellvertreter Hendrik Niemann aus Kragen ergänzt: „Die Kartoffeln sind überall dort gut, wo wir beregnen konnten.“ Während die Qualität der Ernte durchgehend für ein Lächeln auf den Gesichtern der Bauern sorgen sollte – die Preise tun es vielfach nicht. „Auf dem Weltmarkt ist viel Getreide vorhanden zurzeit, das sorgt für ein niedriges Preisniveau“, sagt Mente.

Mit Blick auf ganz Niedersachsen habe es bei den Ernteergebnissen große regionale Unterschiede gegeben, so Gerhard Schwetje, Präsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. In Sachen Kartoffel-Anbau bleiben die Niedersachsen aber weiter an der Spitze im Vergleich der Bundesländer. Hier rechnet Schwetje aufgrund schlechter Ernten in den Anbaugebieten in Benelux und am Niederrhein mit über zwölf Prozent besseren Preise – für die Landwirte. Dass auch die Verbraucher im Laden mehr Geld ausgeben müssten, glaubt Schwetje indes nicht.