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Celle Stadt Sieben Monate Bauzeit: Celler Nadelöhr für täglich 24.000 Fahrzeuge
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Sieben Monate Bauzeit: Celler Nadelöhr für täglich 24.000 Fahrzeuge
21:42 11.03.2015
Von Michael Ende
Quelle: Benjamin Westhoff
Celle Stadt

1964 war für den Straßenverkehr ein wichtiges Jahr. Damals erhielten bundesweit die Fußgänger auf einem Zebrastreifen Vorrang vor Autofahrern, und in Celle rollte erstmals der Verkehr über die neue Bahnbrücke im Zuge des Wilhelm-Heinichen-Rings. Der hatte bald im Volksmund den Namen „Tangente“ weg und entwickelte sich zu einer der wichtigsten Magistralen im Celler Stadtgebiet. Regelmäßig mussten im vergangenen halben Jahrhundert die Zebrastreifen erneuert werden, und auch die Brücke ist nun dran. Sie ist dermaßen marode, dass die Stadt Celle 1,5 Millionen Euro in die Hand nehmen muss, um sie zu sanieren.

Presslufthämmer zertrümmern Beton, verbogene Stahlstreben werden zerschnitten, Schutt wird weggeräumt – auf der Baustelle geht es „ans Eingemachte“ der in die Jahre gekommenen Konstruktion, während nebenan der Autoverkehr mit Tempo 30 auf zwei der ansonsten vier Spuren fließt und unter der Brücke Züge durchrauschen. Stadtbaurat Ulrich Kinder freut sich, dass die Bauarbeiter hier jetzt richtig loslegen: „Das muss sein, um unsere städtische Infrastruktur zu erhalten. Dieser Brücke hat vor allem der immer stärkere Lkw-Verkehr nicht gutgetan.“ Aktuell sind dort Zählungen zufolge täglich 22.000 bis 24.000 Fahrzeuge unterwegs – davon neun Prozent Lastwagen.

Im Kern sei die Brückenkonstruktion noch in Ordnung, aber das Drumherum müsse erneuert werden, sagt der städtische Bauleiter Jens Tristram. Probleme gebe es hingegen mit den Oberflächen-Schichten, die seit vielen Jahren lediglich ausgebessert worden seien: „Sie müssen grundlegend erneuert werden damit zum Beispiel kein Wasser bis zum Brückenkern durchsickern und dann diesen schädigen kann.“ Erneuert werden nicht nur Fahrbahnen, Gehwege und Leitplanken, sondern auch die Vorkehrungen, die Passanten vor dem Starkstrom in den Leitungen der Bahn schützen sollen: „Bisher gab es dafür waagerecht angebrachte Brücken-Verbreiterungen – in Zukunft werden über den Leitungen senkrechte, etwa 1,80 Meter hohe, transparente Wände am Brückengeländer angebracht.“ Teilweise müsse auch nachts gearbeitet werden.

Staus habe es seit Einrichtung der Baustelle auch im Berufsverkehr bisher noch nicht gegeben, so Kinder: „Das kann aber schon mal passieren. Wer sich auskennt, sollte diese Engstelle weiträumig umfahren. Wer trotzdem hierher kommt, muss Verzögerungen in Kauf nehmen – und im Herbst flutscht es hier wieder.“

Wo es im Herbst verkehrlich nicht flutschen dürfte, steht auch schon fest: auf dem Celler Neumarkt. Dort wird in diesem Jahr der Kreisel gebaut. „Derzeit wird die Ausschreibung vorbereitet. Der Ausbau soll im Sommer beginnen“, so der städtische Pressesprecher Wolfgang Fischer. Die Fertigstellung des Kreisels sei für Anfang 2016 vorgesehen.