Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Signal an Kinder: Hier seid ihr sicher
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Signal an Kinder: Hier seid ihr sicher
15:50 18.09.2013
Von Oliver Gatz
Celle Stadt

Das Projekt "SchutzCelle" der Stadtteil-AG Neustadt-Heese soll Kindern in Not eine Zuflucht bieten. Wenn sie Hilfe benötigen, können sie sich in dem Quartier an verschiedene Anlaufstellen wenden, die mit einem entsprechenden Emblem gekennzeichnet sind. Damit soll den Kindern und Jugendlichen signalisiert werden: Hier seid ihr sicher.

Um ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen dem hilfesuchenden Kind und den Einrichtungen von SchutzCelle zu schaffen, legen die Initiatoren des Projektes Wert auf bestimmte Voraussetzungen: So müssen sich die Geschäfte, Betriebe, Praxen oder Institutionen im Erdgeschoss befinden und nicht versteckt in einem Hinterhof. Und es sollten möglichst immer mindestens zwei Mitarbeiter anwesend sein. Privatpersonen sind ausgeschlossen.

Doch inwieweit sind die Helfer auch geeignet, eine solch sensible Aufgabe zu übernehmen? Könnten sich nicht beispielsweise auch Pädophile in das Projekt einschleichen und das Wohl der Kinder gefährden? Diese Frage kam in der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses auf.

So wollte Sabine Pfeiffer (CDU) wissen, ob die Initiatoren des Projektes ein polizeiliches Führungszeugnis der Helfer in Erwägung gezogen hätten. Stadtteilmanagerin Monika Rietze gab zu bedenken, dass dies einen hohen Verwaltungsaufwand erfordere. Denn es müsste beispielsweise in einem Betrieb mit zehn Mitarbeitern auch von allen ein solches Dokument angefordert werden. Außerdem bestehe die Gefahr, dass deutlich weniger Menschen bei dem Projekt mitmachten, wenn man sich komplett durchleuchten lassen müsste.

"Ich finde es wichtig, dass die Fälle dokumentiert werden – sei es, um Dank zu sagen oder auch einmal nachzufragen", regte Jutta Jung (WG) an. Eltern sollten die Möglichkeiten haben, Rücksprache mit den Helfern zu halten.

Rietze wies darauf hin, dass der Vertrag mit den Hilfseinrichtungen jederzeit durch die Vertragspartner aufgehoben werden kann – sei es, dass jemand diese Aufgabe nicht mehr leisten will oder sich als ungeeignet erweist. Das Projekt lebt vom ehrenamtlichem Engagement, finanziert sich aus Spenden und will in der Residenzstadt Vorreiter sein. "Wir wollen etwas tun, um ein kinderfreundlicheres Klima zu schaffen", sagte Rietze. Sie betonte, dass nicht der Eindruck entstehen solle, in der Neustadt-Heese ginge es besonders gefährlich zu.

Bei einer Auftaktveranstaltung hatten 23 Einrichtungen ihr Interesse an einer Teilnahme an „SchutzCelle“ signalisiert. Die erste Anlaufstelle geht am 24. Oktober an den Start. Dann stehen im "Café Frau Amboss" Helfer bereit, wenn ein Kind sein Handy verloren hat, sich ein Mädchen verfolgt fühlt oder jemand getröstet werden muss.

Bereits 2011 hatte die Verwaltung die Umsetzung des Franchising-Konzeptes „Notinsel“ geprüft. Das hätte jedoch Kosten verursacht, für die im Haushalt kein Geld zur Verfügung stand. Zudem fehlten freiwillige Mitarbeiter. Bei „SchutzCelle“ haben sich die Initiatoren an dem Dortmunder Projekt „Schutz in der Burg“orientiert.