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Celle Stadt Simpler geht's nicht:
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Simpler geht's nicht:
11:29 23.03.2012
Von Michael Ende
Projekt B¸rgerstiftung startet: Museumsbus Quelle: Torsten Volkmer
Celle Stadt

Am Schlossplatz springen die Kinder der zweiten Klasse der Grundschule Langlingen aus dem Bus, überqueren mit ihrer Lehrerin Christiane Kaiser-Eggert brav den Zebrastreifen und steuern das Bomann-Museum an. Das klingt ganz einfach, doch normal ist das nicht, weiß Kaiser-Eggert: „Ohne die Hilfe, die es jetzt gibt, hätte diese Klasse keine Chance, ins Museum zu kommen.“ Normalerweise würde der Besuch inklusive Busfahrt pro Kopf neun Euro kosten – nun blieben nur noch vier Euro für den museumspädagogischen Workshop übrig. „Das ist super“, meint die Lehrerin. Und ihre Schülerin Jessica freut sich, dass es im Museum gleich richtig rund geht: „Wir haben eine Geschichte geschrieben, und in der Druckwerkstatt machen wir jetzt ein Buch.“

Ermöglicht hat dies die Celler Bürgerstiftung mit ihrem neuen Projekt „Museumsbus“. „Wir möchten für Schulklassen aus dem Landkreis den Besuch der drei großen Celler Museen Bomann-Museum, Residenz-Museum und Kunst-Museum wesentlich erleichtern. Es sind die drei besonders wertvollen Kulturschätze unserer Stadt, die zudem museumspädagogisch geschultes Personal anbieten“, sagt Stiftungs-Vorsitzender Michael Polewsky. „Bislang scheitern diese Besuche häufig daran, dass öffentliche Verkehrsmittel zu den erforderlichen Zeiten nicht zur Verfügung stehen. Deshalb bietet die Bürgerstiftung den Schulen an, die Fahrtkosten für einen zeitgerecht bestellten Bus zu übernehmen.“

Mit den Busunternehmen CeBus und Reichmeister seien die entsprechenden Verträge geschlossen worden, so Polewsky. Die Museen seien in die Vorbereitung einbezogen worden. „In der Vergangenheit musste wir immer wieder feststellen, dass die Busfahrtkosten sich für Schulklassen als unüberwindbare Klippe darstellten“, erläutert Museumspädagoge Uwe Rautenberg. Jahrelang sei deshalb die Idee eines „Bildungsbusses“ gereift.

Bisher mussten sich Lehrer im Vorfeld einer solchen Tour mit einem Organisations-Hickhack herumschlagen, das so manchen schon dazu gebracht hat, gar keine Busreisen mehr anzuschieben: Termin vereinbaren, Bus chartern, Geld auslegen, Geld einsammeln, säumigen Eltern hinterherlaufen - und sich hinterher vielleicht auch noch anhören müssen, dass der Trip schlecht organisiert worden sei. Nun sei die Handhabung ist so einfach wie möglich, sagt Polewsky: „Die Schulen brauchen nur zwei Anrufe zu machen. Sie vereinbaren mit dem Museum ihrer Wahl einen Termin und danach mit dem Busunternehmen den Transport. Das war‘s.“

Die Schulen sind bereits mit Anschreiben und Flyern über das neue Angebot informiert worden. Die Bürgerstiftung hat zunächst 5.500 Euro für dieses Projekt veranschlagt. Das Pilotvorhaben zunächst bis zu den Herbstferien laufen. „Inzwischen liegen die ersten Reaktionen vor“, freut sich Polewsky: „Das Angebot scheint auf große Resonanz zu stoßen.“