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Celle Stadt Sind Celles Kastanien noch zu retten?
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Sind Celles Kastanien noch zu retten?
14:15 06.03.2017
Von Michael Ende
Quelle: Oliver Knoblich
Celle Stadt

"Effektive Mikroorgansimen" sollen beim so genannten "EM-Verfahren" in Ihringen am Kaiserstuhl Kastanien vor dem Absterben bewahrt und revitalisiert haben. „Das Verfahren gibt uns Hoffnung, dass die landschaftsprägenden und schattenspendenden Kastanien in Celle zu retten sind", erklärt Krumbach. FDP-Ratsherr Harald Range hat eine Anfrage gestellt und der Stadtverwaltung geraten "am Ball zu bleiben" und "Experten in Ihringen zu kontaktieren": "Damit könnte ein Aussterben der weißen Kastanien höchstwahrscheinlich verhindert werden."

Das klingt gut. Doch die FDP sei leider auf dem falschen Dampfer, sagt Celles BUND-Kreisvorsitzender Otto Boecking: "Es geht hier nicht um die Rosskastanien-Miniermotte, wie die FDP es ausführt." Bisher sei noch nirgends ein Absterben der Kastanien allein aufgrund des Befalls durch die Miniermotte beobachtet worden, und entsprechend müssten Kastanien-Bäume deshalb nicht gefällt werden. Die FDP habe nicht verstanden, dass es beim Kastaniensterben – das die CZ bereits ausführlich beschrieben hat – um eine weitaus komplexes Krankheitsbild gehe, bei dem Pseudomonas-Bakterien und Pilze gemeinsam den Bäumen den Garaus machten. "Politischer Aktionismus" à la FDP bringe hier gar nichts, so Boecking.

Aus dem Rathaus heißt es, dass der FDP-Tipp zum EM-Verfahren überflüssig sei. "Wir machen so etwas seit gut vier Jahren in einer extern begleiteten Versuchsreihe. Dabei stellt eine Firma uns Trägermaterial zur Verfügung, das wir ausbringen. Alle drei bis vier Wochen erfolgt eine Bodenbehandlung und alle vier bis sechs Wochen eine Blattbehandlung im Sprühverfahren", so der städtische Pressesprecher Wolfgang Fischer: "Ein kleiner Erfolg ist sichtbar. Im Moment behandeln wir 40 Bäume direkt hinter der Saarfeld-Tribüne."

Grundsätzlich dürfe man Bakterien und Motten nicht über einen Kamm scheren, so Fischer: "Durch das komplexe Auftreten aller Primär- und Sekundärschädlinge kann es zu unkontrollierten Kettenreaktionen kommen. Totalausfälle haben wir am Oster- und Allerdeich zu beklagen. Am Tiergarten ist es die Miniermotte. Die Schädigungen sind zur Stunde noch überschaubar. Doch der Weg scheint leider vorgezeichnet." Das heißt: Endstation Brennholzstapel.