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Celle Stadt Sinfonische Klänge auf hohem Niveau
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Sinfonische Klänge auf hohem Niveau
22:28 28.09.2018
Wusste sein Braunschweiger Staatsorchester spürbar hinter sich: Chefdirigent Srba Dinic. Quelle: David Borghoff
Celle

Dieses Orchester lässt einen doch immer wieder staunen. Seit Srba Dinic das jahrelang ohne Chefdirigent spielende Braunschweiger Staatsorchester übernommen hat, ist es in kürzester Zeit wieder zum Niveau, das unter seinem letzten Vorgänger Joel erreicht war, aufgelaufen. Und zwar in den Sparten der Oper genauso wie im Konzertsaal. Und man merkt immer wieder, dass Chefdirigent Dinic sein Braunschweiger Staatsorchester spürbar hinter sich weiß. So wunderte es nicht, dass im ersten Abonnementskonzert die Fünfte von Tschaikowsky überzeugend gelang und ungemein gut ausbalanciert war zwischen Ausdruckswille und Beherrschung der Form. Da stimmte in den ersten drei Sätzen annähernd alles, denn Dinic gelang es bestens, ungemein intensiv spielen zu lassen, dabei aber immer noch so weit die Kontrolle zu behalten, dass er schönste Feinheiten herausarbeiten konnte. Da noch ein leiseres Piano, dort noch einen Hauch Verzögerung für einen Übergang und hier eine meist versteckte Steigerung durch Herausarbeiten der Vielschichtigkeit der Musik. Aber nie wirkte etwas überzogen oder von falschem Pathos getragen, alles hatte musikalische Wahrhaftigkeit. Und funktionierte tatsächlich in der schwierigen Akustik der Celler Congress Union. Lediglich zum Schluss hin, wenn das Orchester wie entfesselt spielen müsste, da ist die so souverän steuernde innere Beherrschtheit Dinics hinderlich, denn nun wirkt das Spiel zu kontrolliert und eben zu wenig gefühlsgetrieben.

Ganz anders geartet ist Strawinskys „Pulcinella“-Musik. Sie verlangt in ihrer Feingliedrigkeit einerseits, in ihrer karikaturhaften musikalischen Überzeichnung von musikalischen wie szenischen Vorgängen andererseits einen kalkuliert vorgehenden Dirigenten, dessen Orchester die technisch wie rhythmisch heikle Partitur so gut drauf haben muss, dass es sich im Moment der Aufführung ganz auf diesen konzentrieren und mit Ausdrucksintensität und Klangsinnlichkeit aufladen kann. Und genau das klappte bestens. Es gab zwar ein paar kleine Wackler, aber die beeinträchtigten den musikalischen Ablauf nicht wesentlich.

Dinic spitzte zu, spannte hier den Bogen, um ihn später wieder genüsslich entspannen zu können. Und er kostete die enorme Klangfarbigkeit der Partitur genauso aus wie ihre tonsatztechnischen Raffinessen. Die von Strawinsky hier angewendete Technik einer musikalischen Überzeichnung in dem Sinne, dass der Komponist über die historischen Vorlagen der Musik von Pergolesi eine eigene musikalische Zeichnung drüber gelegt hat und dadurch das Original manchmal verfremdet, manchmal aber auch großflächig übermalt hat, weist ihn als einen musikhandwerklichen Meister sondergleichen aus. Dass er dabei dann auch noch vor Ideenfreude sprüht und diese Ballettmusik wie ein in die Moderne versetztes vielsätziges barockes Concerto Grosso mit bereichernden Arien und Ensembles ablaufen lässt, das lässt dieses Werk fast als ein Unikat erscheinen, dem man gerne öfter im Konzertsaal begegnen würde. Vor allem, wenn es so gut musiziert und gesungen wird wie an diesem Abend, denn auch die Gesangssolisten waren bemerkenswert gut.

Von Reinald Hanke

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