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Celle Stadt Skandal-Glockenspiel wird montiert
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Skandal-Glockenspiel wird montiert
16:58 25.02.2010
Von Michael Ende
Vorarbeiten für Abringung Glockenspiel Quelle: Torsten Volkmer
Celle Stadt

Herzog Otto der Strenge, sein Kollege Ernst der Bekenner, Königin Caroline Mathilde, die Literaten Hermann Löns und Ludwig Christoph Heinrich Hölty – eine wahrlich illustre Runde macht sich bereit, nach fünfjähriger Abwesenheit wieder in der Celler Altstadt ihre Runden zu drehen: Noch einen Monat müssen die Celler darauf warten, dass diese Figuren wieder ihren Job als Attraktion des 2005 demontierten Glockenspiels machen. Künftig werden sie von der Ecke Poststraße/Stechbahn aufs Volk herabblicken.

Auf Hochtouren liefen die Arbeiten am ehemaligen Karstadt-Living-Haus, in dem im Frühjahr eine Filiale der Drogerie Müller eröffnen werde, so der städtische Pressereferent Wolfgang Fischer: „Die Halterungen sind bereits angebracht. Die Fassade erhält insgesamt einen neuen Anstrich und wird deshalb eingerüstet. Je nach Wetterlage kann dort mit Farbe gearbeitet werden. Das Glockenspiel soll dann mit Abschluss der Malerarbeiten in Betrieb genommen werden. Die Beteiligten hoffen, dass dies Ende März der Fall sein wird.“

Insgesamt 44000 Euro hat die Stadt für die Neuinstallation des Glockenspiels ausgegeben. Dabei war das Objekt im Laufe der Jahre zum Politikum hochstilisiert worden. Die Suche nach einem neuen Standort gestaltete sich kompliziert, wurde gar zum Gegenstand eines politischen Kleinkriegs, der darin gipfelte, dass die CDU 2008 einen Standort-Vorschlag des damaligen CDU-Oberbürgermeisters Martin Biermann nicht akzeptierte. Diesen an sich lapidaren Glockenspiel-„Vorfall“ nahm Biermann, der sich damals „im Stich gelassen“ fühlte, zum Anlass, mit Pauken und Trompeten von der politischen Bühne abzutreten und sich beruflich umzuorientieren.