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Celle Stadt So geht es ohne Y-Trasse durch den Kreis Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt So geht es ohne Y-Trasse durch den Kreis Celle
09:41 29.11.2014
Die vier schwarz eingefärbten Strecken müssen aus Sicht von Lühmann verbessert werden, um einen Trassenneubau zu vermeiden. Quelle: Fremdfotos/eingesandt
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„Im Dialogverfahren stehen alle Varianten zur Diskussion. Wir müssen das Land Niedersachsen von unseren Argumenten überzeugen, damit es eine entsprechende Empfehlung abgibt", sagt Lühmann. Eine neue Trasse mache dabei keinen Sinn, weil sie Landschaften zerstören und sehr teuer sein würde. Deswegen sei auch überall mit deutlichem Widerstand zu rechnen.

Deshalb schlägt sie den Ausbau von vier Streckenabschnitten vor (siehe Karte). So soll der Abschnitt zwischen Lüneburg und Uelzen (auf der Karte als (a) bezeichnet) von zwei auf drei Spuren erweitert werden. „Das ist einer der Engpässe, der beseitigt werden muss", so Lühmann. Zwischen Lüneburg und Harburg sei die Strecke bereits dreigleisig, von Uelzen nach Celle der Ausbau nicht nötig. „Allerdings wird die Zahl der Züge dort zunehmen, deshalb ist es wichtig, dass auch hier der Schallschutz aufgewertet wird, auch wenn die Strecke selber nicht angefasst wird", betont Lühmann.

Bisher hatte die Bahn einen sogenannten Schienenbonus. Das bedeutet, sie durfte fünf Dezibel mehr Lärm produzieren als andere Verkehrsmittel. Diesen Bonus hat der Bund zwar abgeschafft, doch für alte Strecken würde es einen Bestandsschutz geben. Dieser dürfe aber in diesem Fall nach Lühmanns Ansicht für die Strecke zwischen Celle und Uelzen nicht gelten, weil sich die Rahmenbedingungen deutlich verändern würden.

Ausgebaut werden muss aus ihrer Sicht zudem die Strecke zwischen Rotenburg und Verden (b), die derzeit nur eingleisig ist. Deshalb werden Güterzüge aus Hamburg nicht über diesen Abschnitt geleitet, weil sie sonst bis Bremen und erst dann weiter nach Verden fahren können.

Die Amerika-Linie (c) ist derzeit noch ein Gleis für Bummelbahnen. „Wenn diese aber ausgebaut würde, könnten die Güter aus dem Bereich Bremerhaven, die in den Osten sollen, darüber laufen und müssten nicht mehr über Hamburg laufen, um dann die Strecke nach Uelzen zu verstopfen, wie es bisher der Fall ist", so Lühmann. Die Weiterfahrt Richtung Osten sei dann kein Problem mehr, weil die Strecke zwischen Uelzen und Stendal bereits ausgebaut ist.

Als weiteres Projekt muss außerdem die Strecke zwischen Nienburg und Wunstorf ausgebaut werden. „Diese ist derzeit in einem veralteten Zustand, speziell was die Signaltechnik angeht", so Lühmann. Die Modernisierung koste vergleichsweise wenig, würde aber dafür sorgen, dass auch dort der Güterverkehr stärker fließen kann.

„Die vier Maßnahmen ermöglichen einen stark verbesserten Abfluss der Verkehre aus Hamburg und Bremen ohne zusätzliche Neubaustrecken", ist sich Lühmann sicher. Jedes Projekt könne stufenweise und aufgrund der fortgeschrittenen Planungen auch zeitnah umgesetzt werden.

Von Tore Harmening