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Celle Stadt SoVD Celle: Segen und Fluch des neuen Medikamentenplans
Celle Aus der Stadt Celle Stadt SoVD Celle: Segen und Fluch des neuen Medikamentenplans
17:13 06.10.2016
Der neue Plan für mehr Patientensicherheit soll verschreibungspflichtige Arzneimittel als auch OTC-Präparate enthalten, die nicht verschreibungsfähig sind. Quelle: Daniel Reinhardt
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Um vermeidbare Neben- und Wechselwirkungen zu verhindern, ist Anfang Oktober der neue Medikamentenplan eingeführt worden. Für eine bessere Übersicht sollen aus diesem folgende wichtige Daten hervorgehen: die Pharma-Zentralnummer, der Wirkstoff, der Handelsname, die Darreichungsform nebst Einnahmegrund sowie Dosierungs- und Einnahmehinweise.

„Hausärzte, Fachärzte, Apotheker, Kliniken und Pflegeeinrichtungen sind hier gefordert, noch enger zusammenzuarbeiten und ihren Patienten einen besseren Überblick über die Gesamtmedikation zu bieten. Das ist eine große Aufgabe für alle Beteiligten“, erläutert Kellner.

Beginnend ab 2018 soll der Medikamentenplan auch elektronisch von der Gesundheitskarte abgerufen werden können. „Der SoVD begrüßt die Einführung des Medikamentenplanes. Es ist ein gutes Instrument und im Interesse der Patienten. Somit ist die digitale Revolution auch im Gesundheitswesen angekommen. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass der Plan ab 2018 auch weiterhin auf Wunsch in Papierform besteht“, betont Kellner. "Denn nicht jeder hat Internet. Außerdem müssen wir datenschutzrechtlich beide Augen schließen, da immerhin alle Gesundheitsdaten zentral gespeichert werden."

Der Medikamentenplan ist ein Bestandteil des im Dezember 2015 in Kraft getretenen E-Health-Gesetzes. Der Plan für mehr Patientensicherheit soll verschreibungspflichtige Arzneimittel als auch OTC-Präparate, die nicht verschreibungsfähig sind, enthalten. "Vergessen dürfen wir meines Erachtens aber nicht, dass bei allem technischen Fortschritt der Mensch im Vordergrund steht", so Kellner.

Von Dagny Rößler