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Celle Stadt Sommelier Sebastian Wilkens testet beim Weinmarkt edle Tropfen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Sommelier Sebastian Wilkens testet beim Weinmarkt edle Tropfen
14:03 26.07.2018
Von Audrey-Lynn Struck
Quelle: David Borghoff
Celle Stadt

Um am Ende den besten Rot- und Weißwein küren zu können, wendete der Experte das sogenannte Vier-Nasen-Prinzip an. Nach dem Riechen im ungeschwenkten Glas folgte das Schwenken, um die Aromen zu lösen. Anschließend kam die retronasale Wahrnehmung an die Reihe. Beim Hinunterschlucken atmete Wilkens aus der Nase aus, um die Aromen deutlicher zu spüren. Nur auf die „vierte Nase“ – das Riechen am leeren Glas – verzichtet der Sommelier wohlweislich.

Neben dem „Rheinterrassenhof“ und dem Weingut Theis nimmt Wilkens auch das Achenbach-Weingut und den Stand des Familienweingutes Lamberth genauer unter die Lupe. Eine Lieblingssorte, mit der man schon vorab bei dem Experten punkten könnte, gibt es nicht. „Ich sage immer: Jeden Tag ein neuer Wein“, so der 34-Jährige. Bei den heißen Temperaturen bevorzuge er persönlich allerdings Weine, die nicht so schwer sind. „Es ist extrem wetter- und auch stimmungsabhängig, welcher Wein in diesem Augenblick am besten schmeckt“, erklärt Wilkens.

Bei der Verkostung fiel dem Experten vor allem eines positiv auf: „Wir haben dieses Jahr viele leichte Weine. Das ist natürlich dem Wetter geschuldet, was perfekt ist.“ Ein niedriger Alkoholgehalt fördere zudem nicht nur den Trinkfluss. Außerdem ist es bei den heißen Temperaturen auch für den Kreislauf besser, wenn man nicht zu viel Promille im Blut hat.

Am Ende überzeugte Wilkens der trockene Riesling vom Rheinterrassenhof. „Der Weißwein war grandios. Nicht zu viel Säure. Das ist genau das Richtige bei diesem Wetter“, so der Experte. Inhaber Wolfgang Janß hat für die Auszeichnung des Sommeliers schon eine Erklärung parat: „Das Highlight bei diesem Wein sind die Rebstöcke. Die sind von 1977.“

Bei den Rotweinen gefiel Wilkens der trockene Merlot vom Weingut Theis besonders gut. „Sehr elegant, schön gekühlt und ein grandioses Mundgefühl. Es hat einfach Spaß gemacht, ihn zu trinken“, lobt der Sommelier. Dass der Wein in einem Holzfass gereift ist, schmecke man sofort heraus. „Dadurch ist der Geschmack nicht zu süß und nicht zu sauer, sondern schön harmonisch“, so Inhaber Stefan Theis.

Doch auch die beiden anderen Stände sorgten für die ein oder andere Überraschung. Neben den schönsten Gläsern stach Lamberth auch mit seinem trockenen Blanc de Noir von Cabernet Sauvignon und Merlot hervor. „Bei dem Wein steckt etwas dahinter. Das ist keine Leichtfeder, sondern er hat trotzdem auch Geschmack“, sagt Wilkens. In seiner persönlichen Sonderwertung stehe allerdings noch ein weiterer Wein ganz oben: der Riesling Heerkretz vom Weingut Achenbach. „Der war für mich eine Überraschung. Dass es hier so einen innovativen, jungen, frischen Wein gibt“, schwärmt der Sommelier.

Er wurde als der Jahrhundertsommer bezeichnet. Im August 2003 erreichten die Temperaturen in Europa mit bisweilen mehr als 45 Grad Celsius ihre Höchstwerte. Die große Trockenheit hatte nicht nur zahlreiche Waldbrände zur Folge.

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