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Celle Stadt Sommer im Celler Land steht weiter auf wackligen Beinen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Sommer im Celler Land steht weiter auf wackligen Beinen
18:46 04.07.2017
Acht Mal überschritten die Außentemperaturen im Celler Badeland - im Juni die 25-Grad-Marke, einmal erreichten sie sogar 31 Grad.
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Am Nordrand eines schwachen Keils des Azorenhochs ziehen wiederholt atlantische Tiefausläufer mit teils kräftigen Regengüssen und recht kühler Luft über Norddeutschland hinweg. Trotz längerer freundlicher Abschnitte bleibt die Sonne in der Defensive. Wenn es schlecht läuft, mischen Richtung Monatsmitte sogar noch kräftige Westwinde mit.

Für die zweite Julihälfte lassen Langzeittrends allerdings hoffen. Vieles hängt vom Verhalten einer Heißluftblase über dem Mittelmeerraum ab. Wird sie wie bisher von atlantischen Tiefausläufern im Norden abgehobelt, bleibt alles beim Alten. Kann sich die Mittelmeerluft bis zu uns ausbreiten, hat der norddeutsche Sommer zumindest zeitweise gute Chancen. Mit Sicherheit lässt sich aber nur sagen: Der Hochsommer im Juli steht auf ziemlich wackligen Beinen.

Der Juni verabschiedete sich außergewöhnlich warm, reich an Sonnenschein, aber auch mit vielen Wetterturbulenzen. Dabei fuhren die Temperaturen immer wieder Achterbahn. So schauten die Schafskälte, aber auch die Sommertage (über 25 Grad) nur kurzzeitig recht gleichmäßig über den Monat verteilt vorbei.

Im Wochenrhythmus entwickelten sich Unwetterlagen, die mit teils heftigen Gewittern, sintflutartigem Regen, lokalem Hagel und schweren Sturmböen über die Südheide hinwegzogen. Während am 15. Juni Blitz und Donner im Fokus standen, peitschten am 22. Juni schwere, teils orkanartige Sturmböen mit bis zu 110 Stundenkilometern durchs Kreisgebiet. Die massiven Fallböen richteten örtlich erhebliche Schäden an und forderten in den Kreis Uelzen und Gifhorn zwei Todesopfer durch entwurzelte Bäume.

Am 29. und 30. Juni sorgte Unwettertief „Rasmund“ über Brandenburg auch im Elberaum für wahre Sintfluten, die den Kreis Celle vor allem im Norden erreichten. Hier rauschten um die 30 Liter pro Quadratmeter in nur zwölf Stunden vom Himmel (Faßberg 30 Liter). In Celle fielen dagegen nur 16 Liter.

Von Reinhard Zakrzewski