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Celle Stadt Sommer in Celle: Schlechtester Juli seit 15 Jahren
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Sommer in Celle: Schlechtester Juli seit 15 Jahren
17:01 04.08.2017
Die vielen Niederschläge haben auch zu Überflutungen an der Aller-Brücke in Winsen geführt. Quelle: Michael Schäfer
Celle Stadt

Am Freitag hatte Tief „Fritz“ dichte Wolken, kräftige Windböen und frische Luft im Angebot, aber kaum Regen. Das Wochenendwetter ist leicht unbeständig. Während der heutige Samstag mit mehr Wolken und vereinzelten Schauern daherkommt, zeigt sich der Sonntag im Kreis Celle von seiner weitgehend trockenen und sonnigen Seite. Mit maximal 21 bis 22 Grad lassen die Höchstwerte aber durchweg zu wünschen übrig.

Nach einem Warmstart in die Woche mit viel Sonne und 23 bis 24 Grad, geht’s ab Dienstag schon wieder abwärts. Eine Atlantikfront hat zum Mittwoch Blitz und Donner, kräftige Regengüsse und erneut frische Luft im Gepäck. In der zweiten Wochenhälfte bessert sich die Lage leicht. Obwohl die Sonne länger scheint und nur noch wenige Schauer unterwegs sind, bleibt es für die Jahreszeit zu kühl. Was Richtung Monatsmitte passiert, steht noch nicht fest. Die wahrscheinlichste Variante ist ein "Es geht so weiter", denn der vom Siebenschläfer beeinflusste Zeitraum reicht oft bis Ende August.

Der vergangene Monat fiel regelrecht ins Wasser. In der Südheide erlebten wir den nassesten, trübsten und kühlsten Juli seit 15 Jahren. In den ersten beiden Dekaden lag Mitteleuropa zeitweilig unter dem Einfluss von Ablegern des Azorenhochs, die jedoch regelmäßig von aus Westen nahenden Tiefs verdrängt wurden. Während Süd- und Westdeutschland wiederholt von sehr warmer oder sogar heißer Mittelmeerluft profitierten, blieb der Nordosten Deutschlands meist in mäßig warmer oder sogar kühler und wolkenreicher Atlantikluft hängen. Dabei entluden sich immer wieder teils heftige Gewitter mit Sturmböen, Hagel und großen Niederschlagsmengen.

Den Tiefpunkt markierte Unwettertief „Alfred“, das sich am 24. und 25. Juli mit intensivem Dauerregen nur zögernd über Deutschland nach Osten bewegte. Dabei kamen in Faßberg innerhalb von 48 Stunden 48 Liter Wasser pro Quadratmeter runter, in Celle sogar 51 Liter, was nicht nur den auf gutes Erntewetter angewiesenen Landwirten Sorgen bereitete. Wegen der vielen Wolken war Juli-Sonne Mangelware.

Von Reinhard Zakrzewski