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Celle Stadt Sommerkonzert der Musikschule des Christlichen Jugenddorfes Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Sommerkonzert der Musikschule des Christlichen Jugenddorfes Celle
14:34 06.06.2017
Im Schulzentrum Burgstraße fand das Konzert der CJD-Musikschule Celle statt. Quelle: Alex Sorokin
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Angefangen bei der Blockflötengruppe („Mit uns geht’s los“) über das Anfänger-, Erwachsenen- und CJD-Jugenddorforchester boten die Akteure unter der Leitung von Alfred Bürger mit Film- und Musicalmusik eine begeisternde Demonstration kreativer und zeitgemäßer musikantischer Ausdrucksfreude und dem immer wieder vergnügt und herzhaft applaudierenden Publikum zwei Stunden bester Unterhaltung. Zugleich wurden die Zuhörer aber auch wieder einmal Zeugen der beeindruckenden Ergebnisse, die auf dem musikpädagogischen Weg der vielen kleinen Schritte Jahr für Jahr erzielt werden. So imponierte schon das Anfängerorchester mit einem für Anfänger ungewöhnlich anspruchsvollen Programm, darunter „Pirates oft he Caribean“ und das italienische Volkslied „Karneval in Venedig“, das bei uns unter dem Titel „Mein Hut, der hat drei Ecken“ populär geworden ist.

Und das nachfolgende Erwachsenen-Orchester („Je oller, desto doller“) tat das Seine, um das Stimmungsbarometer auf dem Höhepunkt zu halten. Humorvoll wurden unter anderem „Nessaja“ aus dem „Tabaluga“-Titelsong sowie die unvergesslichen „Winnetou und Old Shatterhand“ angekündigt und sodann mit sinnlich-harmonischer Wärme zwischen verwehenden und wieder neu aufwallenden musikalischen Nebelschwaden interpretiert, aufgepeppt mit kräftigen Gewittern aus Klangwolken und Bläserblitzen.

Unaufgeregt, souverän und einfühlsam gab Bürger seinen von „Jurassic Park“ über „Pretty Woman“ bis „Out of Africa“ engagiert aufspielenden Musikern die Impulse, die geradezu lustvoll von diesen aufgenommen und umgesetzt wurden, mit viel Feinarbeit quer durch die Stimmen, rhythmischer Präzision und detailreichem Tiefenklang. Nicht zuletzt beim CJD-Jugenddorforchester, das unter anderem mit „The Muppet Show Theme“ und „The Legend of Zelda“ für Stimmung sorgte. Da gab es feinste Nuancen zu bestaunen, obwohl die Musiker keineswegs zu süßlich oder zu zurückhaltend spielten. Im Gegenteil: Sie statteten ihre Interpretationen mit sehr zartem Grundtenor aus, um von da aus ein breites dynamisches Spektrum nach oben und unten zu haben. So bot sich den Zuhörern zwischen verträumten Momenten und mitreißendem Groove ein facettenreich konzertantes Wellenbad zwischen Klangfluten und Teichesstille, zwischen Pathos und Feingefühl, zwischen pompösen Clusterklängen und zarten Tonkaskaden. Und das zunehmend begeisterte Publikum wurde förmlich mitgerissen vom melodischen Schwung der gekonnt dargebotenen musikalischen Vorträge.

Von Rolf-Dieter Diehl