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Celle Stadt Sonnenfinsternis beeindruckt Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Sonnenfinsternis beeindruckt Celle
20:44 20.03.2015
Von Gunther Meinrenken
    Sonnenfinsternis SChüler am Hölty Gymnasium schauen sich die Sonnerfinsternis an. Quelle: Benjamin Westhoff (2)
Celle Stadt

Am Ende sind nur die Schatten etwas diffuser geworden, das Tageslicht hat sich bei der Sonnenfinsternis, die gestern, 20. März, auch in Celle zu sehen war, kaum verdunkelt. Der Begeisterung über das Naturschauspiel tat dies freilich keinen Abbruch. "Das habe ich zwar etwas anders vorgestellt, aber es sah wirklich toll aus", erzählte Sarah Swinford.

Die Schülerin hatte das Spektakel am Hölty-Gymnasium verfolgt. Hier wie an vielen anderen Schulen im Landkreis Celle zog es gegen 10.30 Uhr Hunderte von Schülern auf den Schulhof, um einen Blick auf den Mond zu werfen, der sich langsam vor die Sonne schob. In den meisten Kindergärten durften die Kinder wegen der Gefahren für das Augenlicht nicht nach draußen. Zu sehen war die Sonnenfinsternis – nicht nur aus gesundheitlichen Gründen – freilich nur mit Spezialbrillen. Bei den Celler Optikern waren sie teilweise ausverkauft. Am Hölty-Gymnasium hatte man vorgesorgt.

"Wir haben 200 Brillen zum Einkaufspreis an die Schüler weitergegeben", erzählte Holger Bach. Der Physiklehrer hatte sich mit seinem Leistungskurs der 11. Jahrgangsstufe etwas ganz Besonderes für das Ereignis ausgedacht. An verschiedenen Stationen konnten die Mitschüler die Sonnenfinsternis auch ohne Schutzbrille beobachten.

Die beeindruckendste Konstruktion: eine Lochkamera. Dazu bedurfte es nur eines großen Kartons, der im Inneren schwarz angemalt wurde. An einer Seite wurde ein kleines Loch gestanzt, durch das das Licht eindringen konnte und auf ein weißes Blatt Papier auf der gegenüberliegenden Seite geworfen wurde. Den Karton zogen sich etliche Schüler einfach über den Kopf, und schon konnten sie die Sonnenfinsternis auf einem etwa einen Zentimeter großen Bild verfolgen. Allerdings hatten die Schüler auch kompliziertere Konstruktionen gefertigt, wie den Nachbau eines Heliotrops von Carl Friedrich Gauß.

Auch in den Straßen und Cafés der Stadt war die Sonnenfinsternis Gesprächsthema. Immer wieder schauten Passanten mit ihren Spezialbrillen gen Himmel, um das Schauspiel zu beobachten. Wer ein solches Utensil nicht dabei hatte, lieh es sich einfach von jemand anderem am Nachbartisch. Die Sonnenfinsternis gestern in Celle war ein gemeinschaftliches Erlebnis. Die nächste totale Sonnenfinsternis werden übrigens erst unsere Enkel bestaunen können. Sie ist für den 3. September 2081 berechnet worden.