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Celle Stadt "Soul Kitchen" in Celle: Tanzparty, Konzert und Theater in Einem
Celle Aus der Stadt Celle Stadt "Soul Kitchen" in Celle: Tanzparty, Konzert und Theater in Einem
17:50 20.09.2017
In lockerer Atmosphäre gute Schauspieler und gute Musik erleben: In der „Soul Kitchen“ (von links) mit Laurenz Gust, Billy Ray Schlag, Johanna Marx, Marius Lamprecht, Johanna von Gutzeit, Christoph Schulenberger, Tiana Krusic, Gintas Jocius, Jürgen Kaczmarek, Alex Friedland, Dennis Brendes, Nyazi Acar. Quelle: Sarah Pertermann
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"Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Zinos und sein kleines, sehr schlecht laufendes Restaurant, das er "Soul Kitchen" nennt," erzählt Schlosstheater-Intendant und Regisseur Andreas Döring, "aber das Essen ist schlecht, ein Konzept gibt es nicht und letztlich ist das Ganze nur eine Art Pommes-Bude für Hafenarbeiter, Trucker und Sekretärinnen aus dem nahen Finanzamt." Zinos' Freundin zieht es beruflich nach China, er selbst kann wegen eines Bandscheibenvorfalls nicht mehr arbeiten und zu allem Unglück droht ihm auch noch die Lebensmittelaufsicht. Da kann auch der neu eingestellte Gourmetkoch Shayn, der Pommes in Sahnesauce von der Karte streicht, nicht helfen. Mit extravaganter Küche vergrault er die letzten Stammkunden – bis die Band von Kellner Lutz anfängt, im Restaurant zu proben. Aus dem "Soul Kitchen" wird ein Szenelokal. Als Zinos' krimineller Bruder allerdings in einer einzigen Nacht das gesamte Lokal verzockt, scheint alles verloren.

"Das Komödienhafte besteht darin", erläutert Döring, "dass man auf lauter Figuren trifft, die mit ihrem Vorhaben scheitern, aber den Mund immer recht voll nehmen und die Dinge nicht richtig durchdenken." Die Gäste im "Soul Kitchen" seien die Zuschauer, die sogar das Tanzbein schwingen können. "Es wird eine Tanzparty, ein Konzert und eine Theateraufführung zugleich stattfinden." So gesehen wendet sich das Stück an alle, die Lust haben, in einer lockeren Atmosphäre Theater und gute Musik zu erleben.

Vom Text und vom Drehbuch her gebe es keine großen Unterschiede, sagt Andreas Döring. Die besondere Herausforderung für die Theater-Inszenierung bestünde darin, die Schnitte, die im Film einen Ortswechsel signalisieren, zu überspielen. Dafür gäbe es aber kein Textmaterial. "Wir produzieren also ungefähr dreimal so viel Text wie der Originalfilm. Bei uns spielt die Live-Band eine große Rolle und die Schauspieler müssen sehr lebendig improvisieren. Bis auf Zinos spielen überdies alle Darsteller mehrere Rollen." Theater schafft so einen Erlebnisraum, in dem Zuschauer auch teilnehmen können.

Von Hartmut Jakubowsky