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Celle Stadt Sozialdemokraten in Celle fiebern bis in die Nacht hinein - vergeblich
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Sozialdemokraten in Celle fiebern bis in die Nacht hinein - vergeblich
08:21 16.10.2017
Von Dagny Siebke
SPD-Mitglieder feiern ausgelassen im TuS-Heim und zittern mit Direktkandidat Jörg Rodenwaldt (Mitte). Quelle: Oliver Knoblich
Celle Stadt

Bis 21 Uhr zitterten die Genossen mit Direktkandidat Jörg Rodenwaldt. Doch am Ende trennten ihn im Wahlkreis Celle 196 Stimmen von CDU-Konkurrent Thomas Adasch. Der Sozialdemokrat nahm es sportlich und sagte: "Wer kämpft, kann verlieren und wer nicht kämpft, hat schon verloren."

Unabhängig vom Ergebnis habe er ab jetzt "so und so ein anderes Leben", bemerkte Rodenwaldt. "Schließlich habe ich am Stück fast zwei Jahre Wahlkampf gemacht." Am Wahlsonntag habe der 63-Jährige wie bereits die Wochen zuvor ein gutes Gefühl für die SPD gehabt. "Ich war begeistert, wie positiv die Celler auf uns zugegangen sind." Selbst in Wieckenberg und Hambühren habe man ihm den Rücken gestärkt. Im Gespräch mit Bürgern habe der Volkswirt festgestellt, dass das Interesse an der AfD abgeflaut sei.

Ähnliche Erfahrungen hat Gudrun Ehrhardt gemacht, erzählte sie. "Ich war schon bei vielen Wahlkämpfen dabei, aber dieses Mal waren die Leute besonders freundlich. Die Passanten konnten gar nicht genügend Papier bekommen." Auffallend viele jüngere Wähler hätten sich interessiert. "Normalerweise sind viele nur auf Gummibärchen und Kugelschreiber aus", scherzte Ehrhardt, die bereits seit 51 Jahren SPD-Mitglied ist.

Im Wahlkreis Bergen lagen zwischen Gewinner Jörn Schepelmann von der CDU und Maximilian Schmidt von der SPD fast zehn Prozentpunkte. Schmidt zog dennoch ein positives Fazit: "Die CDU-Hochburg auf dem Land ist deutlich eingebrochen. Ich wusste, dass es für mich persönlich schwer wird. In der Summe bin ich zufrieden." Der 33-Jährige feierte den SPD-Erfolg in Niedersachsen im kleinen Kreis. Bis tief in die Nacht bangte er um den Einzug in den Landtag. Schmidt steht auf Listenplatz 15, doch die erfolgreichen Direktkandidaten haben Vorrang. Und so stellte der Landeswahlleiter schließlich fest, dass alle 55 von der SPD errungenen Mandate im neuen Landtag direkt gewonnen wurden - Maximilian Schmidt gehört dem neuen Landtag damit nicht mehr an.