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Celle Stadt Spannende Experimente rund um Pflanzen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Spannende Experimente rund um Pflanzen
12:49 23.03.2012
Aufgeweckte junge Forscher (von links): David Lappe, Christoph Sch¸tze, Stefan Kribbe und Michel Hoppenstedt. Quelle: Alex Sorokin
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„Wir haben uns gefragt: Wenn die Blätter verwelken und im Winter abfallen, produzieren die Pflanzen dann im Winter weniger Sauerstoff als im Sommer“, erklärte der zehnjährige David Lappe, einer der vier Nachwuchsforscher.

In ihrem Projekt untersuchten sie, ob die Temperatur bei der Photosynthese eine Rolle spielt: Dazu stellten sie Spinatpflanzen unter ein Glasgefäß, sorgten mithilfe einer Tablette, die CO2 enthält, für Kohlenstoffdioxidzufuhr und nutzten spezielle Geräte, um Sauerstoff- und CO2-Gehalt zu messen. Das Ergebnis: Bei normaler Raumtemperatur sank der CO2-Gehalt und der Sauerstoffgehalt stieg. Bei Null Grad im Kühlschrank stoppte die Sauerstoffproduktion, während sie bei steigender Temperatur zunahm. Thilo Hancke

Nach dieser spannenden Einführung in die Welt der Pflanzen begann Professor Dr. Ludger Beerhues mit dem eigentlichen Thema der Vorlesung „Warum können Pflanzen Krankheiten heilen?“ Der Experte vom Institut für Pharmazeutische Biologie der Technischen Universität Braunschweig hatte die Bühne mit Zimmerpflanzen dekoriert und ließ zwei seiner Studenten vorführen, wie man aus Pflanzen die Wirkstoffe zieht: Man zerkleinert sie, legt sie in Flüssigkeit, lässt diese verdampfen. So bleibt der Stoff übrig. Diesen Vorgang nennt man extrahieren.

Im Urwald-Outfit zeigten die beiden Assistenten, wie bereits die Steinzeitmenschen das Wissen um die Heilkraft der Pflanzen nutzen. Sie erwarben es sich durch Versuche. Bis heute wurde die Pflanzenkunde weitergegeben. Am Ende spielten die beiden in historischen Kostümen nach, wie Friedrich Wilhelm Sertürner 1804 das Morphium im Schlafmohn entdeckte.

Überraschend für die Kinder: Selbst Giftpflanzen wie Fingerhut können heilen, denn „die Dosis macht das Gift“. Das sagte schon Paracelsus vor rund 500 Jahren.

Die nächste Vorlesung des Collegium Cellense beginnt am 19. April, um 16 Uhr, in der CD-Kaserne. Dann wird Professor Dr. Meike Stiesch erklären, „was deine Zähne über dich verraten“.

Von Thilo Hancke