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Celle Stadt Spar-Ideen immer teurer
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Spar-Ideen immer teurer
14:54 15.04.2013
Von Michael Ende
Celle Stadt

Dass guter Rat bisweilen wahrlich kostspielig ist, wird sich in der Sitzung des städtischen Ausschusses für Personalangelegenheiten und Verwaltungsmodernisierung zeigen, die heute um 17 Uhr im Neuen Rathaus beginnt. Dann wird sich die Politik mit einem paradoxen Phänomen beschäftigen. Es geht um explosionsartig steigende Gutachter-Kosten - und genau sie sollen die Lösung für das gravierende Haushalts-Problem der Stadt sein.

Im Zuge der Haushaltsberatungen hatte der Rat sich Ende 2012 darauf geeinigt, die Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt) in Köln damit zu beauftragen, den städtischen Haushalt auf Konsolidierungsoptionen zu überprüfen. Im Gespräch sind unter anderem der Verkauf von Immobilien, Leistungsabbau, die Erhöhung der Erträge aus Tochtergesellschaften, Personalabbau oder die Ausgliederung von Leistungen und Betrieben an private Betreiber.

50.000 Euro hatte der Rat für das KGSt-Gutachten bewilligt. Nun müsse man drauflegen, heißt es aus dem Rathaus. Ein Gespräch mit dem KGSt-Beratungs-Chef Dirk Greskowiak habe ergeben, dass der Experte aufgrund seiner Erfahrung den erforderlichen finanziellen Aufwand "deutlich höher" einschätze: "Aus diesem Grund schlägt die Verwaltung vor, die bisher bereitgestellten Mittel mindestens zu verdoppeln." Hinzu kommt, dass die KGSt keine eigene Fachkompetenz habe, um steuerrechtliche oder handelsrechtliche Fragen verbindlich beantworten zu können. Auch sie müsste externe Experten hinzuziehen. Deshalb schlägt Greskowiak vor, bei diesem speziellen Bereich Wirtschaftsberatungsgesellschaften zu beauftragen - und auch die müssten wieder bezahlt werden.

FDP-Fraktionschef Joachim Falkenhagen beschleicht angesichts der Kostensteigerung Unbehagen. Er erinnert an längst vergessene Gutachten, wie das der Kienbaum Consulting zur Effizienzsteigerung innerhalb der Verwaltung: "Das hat vor Jahrzehnten 500.000 D-Mark gekostet. Nichts davon ist umgesetzt worden. Das Gutachten ist damals im Keller abgelegt worden. Beim Thema KGSt sind Antragsteller und Rat bei der Beschlussfassung von maximal 50.000 Euro ausgegangen. Die jetzt genannte Summe stellt das ganze Vorhaben in Frage. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die WG als Antragsteller diese Gutachterkosten akzeptiert - war sie es doch, die wiederholt von der Gutachteritis in Celle gesprochen hat." Michael Ende