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Celle Stadt Sparkasse baut Beratung in Filialen weiter ab
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Sparkasse baut Beratung in Filialen weiter ab
13:09 01.06.2012
Von Oliver Gatz
Zum 30. Juni wandelt die Sparkasse die Filiale in der Bahnhofstrafle in eine Selbstbedienungs-Gesch‰ftsstelle um. Nach Eldingen und Hohne ist es bereits die dritte, in der die Kunden dann keinen Ansprechpartner mehr haben werden. Quelle: Peter M¸ller
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Der persönliche Kontakt zu den Sparkassen-Mitarbeitern ist Siegrid Kindervater wichtig. Regelmäßig sucht die 69 Jahre alte Rollstuhlfahrerin die Geschäftsstelle in der Bahnhofstraße auf, um ihre Bankgeschäfte zu erledigen. Doch das ist bald vorbei. Zum 30. Juni gilt dort Selbstbedienung. Den Kunden stehen dann nur noch Geldautomat, Kontoauszugsdrucker und ein Briefkasten zur Verfügung. Persönliche Beratung durch Sparkassen-Mitarbeiter findet dort in Zukunft nicht mehr statt.

Kindervater ist verärgert. „Das trifft viele ältere Menschen", sagt sie. Wenn sie in Zukunft alleine am Geldautomat stehen muss, fühlt sie sich nicht mehr sicher – gerade in der Bahnhofstraße, wo sich in der Vergangenheit immer wieder schlimme Dinge ereignet haben wie die tödliche Messerattacke gegen einen 36-Jährigen. Zum Geldabheben müsse sie nun zwangsläufig in die Stadt, sagt die Cellerin.

In der Geschäftsstelle in der Bahnhofstraße habe sie sich immer sicher und gut beraten gefühlt. Sie habe stets den Eindruck gehabt, dass die Filiale gut besucht gewesen sei, berichtet Kindervater. Zudem hätten dort immer genügend Parkplätze zur Verfügung gestanden. In der Innenstadt sei das viel problematischer.

Die Geschäftsstelle in der Bahnhofstraße ist bereits die dritte, bei der die Sparkasse die Beratung einstellt. 2010 wurden die Filialen in Hohne und Eldingen auf Selbstbedienung umgestellt. Jetzt verfügt das Kreditinstitut in Stadt und Landkreis noch über 25 Geschäftsstellen mit Beratung sowie über 17 mit Selbstbedienung. „Damit sind wir nach wie vor das Kreditinstitut mit den meisten Geschäftsstellen", erläutert Sparkassensprecherin Ina Rehwinkel. Zudem sei 2011 mit dem Immobilien-Center in Celle ein neues Kompetenzzentrum mit 20 zusätzlichen Mitarbeitern hinzugekommen.

Laut Rehwinkel sind gut 1900 Kunden von der Umstellung in der Bahnhofstraße betroffen. „90 Prozent des täglichen Kundengeschäfts findet am Geldautomaten und Kontoauszugsdruckern statt", begründet die Sprecherin den Schritt. Und das sei weiterhin auch in der Bahnhofstraße möglich. Mitte Juni werde man die Kunden anschreiben und ihnen vorschlagen, in eine andere Geschäftsstelle zu wechseln. „Generell steht es aber den Kunden frei, sich ihre zukünftige Geschäftsstelle selbst auszuwählen", so Rehwinkel.

„Der Trend geht eindeutig zum electronic banking, also zur Abwicklung von Bankgeschäften über den PC und das Handy", erläutert Rehwinkel. Bei komplexeren Geschäften hingegen bevorzugten die Kunden nach wie vor das persönliche Gespräch. Eine umfassende und allen Kundenanforderungen gerecht werdende Versorgung sei aber in kleinen Geschäftsstellen wie in der Bahnhofstraße nicht mehr seriös und in gewohnter Qualität zu gewährleisten. Für die Nachnutzung der Geschäftsräume sei man bereits mit Interessenten im Gespräch.