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Celle Stadt Sparpaket: Bomann-Museum wird zum Spielball der Politik
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Sparpaket: Bomann-Museum wird zum Spielball der Politik
19:01 07.02.2014
Von Gunther Meinrenken
Celle Stadt

Immer mal wieder wird im Kulturausschuss der Stadt der Gesellschaftervertrag für das Bomann-Museum diskutiert. Hier sitzen die Stadt Celle, der Landkreis, die Landschaft des Fürstentums Lüneburg und der Museumsverein an einem Tisch und regeln die Belange der jüngst modernisierten Kultureinrichtung. Das Problem: Den weitaus größten Teil für den Unterhalt der Museen zahlt die Stadt, allerdings hat sie nur das gleiche Stimmrecht wie die anderen Gesellschafter. Die SPD will nun den Vertrag auf den Prüfstand stellen. Hintergrund: Die Spardiskussion in der Stadt Celle.

2,9 Millionen Euro wird die Stadt in diesem Jahr für die Celler Museen aufwenden. "Laut Rechnungsprüfungsbericht für 2012 kamen von den anderen Gesellschaftern insgesamt 49.000 Euro zusammen", stellte SPD-Fraktionsvorsitzender Jürgen Rentsch diesem Posten das finanzielle Engagement der anderen drei Mitgesellschaftern gegenüber.

Während also die Geschäftsführung allen Gesellschaftern gemeinschaftlich zustehe, sei die Stadt allein für die Kosten des laufenden Betriebs verantwortlich. Sie bezahlt das Personal, unterhält die Immobilien und trägt zu einem großen Teil die Neuanschaffungen.

Nach Meinung der SPD könne die Reise nur in zwei Richtungen gehen: Der Stimmanteil wird entsprechend an die Aufwendungen der einzelnen Gesellschafter angepasst oder die Kosten werden gerecht unter den Gesellschaftern verteilt. Dass letzteres die Landschaft des Fürstentums Lüneburg und den Museumsverein überfordern würde, davon steht im SPD-Antrag kein Wort.

Das Thema könnte unter den Gesellschaftern gehörig für Verstimmung sorgen. Zumal es in den vergangenen Jahren eigentlich keine Abstimmung gegeben haben soll, die nicht einstimmig verlaufen sei, wie Andreas Graf von Bernstorff, Syndikus der Landschaft meinte. In wichtigen Angelegenheiten orientiere man sich an der Meinung der Stadt, die bei wichtigen Themen den Ausschlag gebe. Außerdem, so merkte Graf von Bernstorff an, sei der Vertrag nur alle fünf Jahre kündbar. Nächster Termin: 2018.

Sigrid Maier-Knapp-Herbst, neue Vorsitzende des Museumsvereins, kann sich denn auch nicht vorstellen, dass die kleinen Gesellschafter mit dem Antrag der SPD gemeint seien. Vielmehr zielten die Sozialdemokraten wohl eher auf den Landkreis. "Ich fände es schade, wenn das Museum darunter leidet."

Die Idee von Maier-Knapp-Herbst liegt nahe. In der Diskussion um eine Absenkung der Kreisumlage hatte Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende jüngst auch den finanziellen Beitrag betont, den die Stadt für die gesamte Landkreisbevölkerung auf kultureller Ebene leiste. Und Mende ist bekanntermaßen Sozialdemokrat. Wenn man das Geld nicht über weniger Kreisumlage bekommt, kann man es sich ja anderweitig besorgen, so könnte die Denke der SPD aussehen. Landrat Klaus Wiswe (CDU) bleibt gelassen: "Ich kann das Anliegen der Stadt verstehen. Wenn die Stadt an uns herantritt, werden wir uns damit beschäftigen."