Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Sparzwänge: „Celler Trialog“ droht das Aus
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Sparzwänge: „Celler Trialog“ droht das Aus
17:46 23.08.2010
Von Oliver Gatz
Celle Stadt

Dreimal hat die mit hochrangigen Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Bundeswehr besetzte sicherheitspolitische Tagung „Celler Trialog“ in der Residenzstadt stattgefunden. Dieses Jahr sollte ausnahmsweise Kiel Austragungsort der Konferenz sein. Doch das  für September geplante Treffen wurde abgesagt.

In Abstimmung mit dem Verteidigungsministerium teilte die Commerzbank als Veranstalter mit, dass „massive Sparzwänge“ im Verteidigungshaushalt den Ausschlag gegeben hätten. „Über die Zukunft und mögliche Umgestaltung des Celler Trialogs in den kommenden Jahren wird im Lichte der weiteren Entwicklungen und mit Blick auf die gesamte sicherheitspolitische Konferenzlandschaft zu entscheiden sein“, hieß es schwammig in einer Pressemitteilung. Damit ist fraglich, ob die Tagung, die bereits als Pendant zur bekannteren Münchener Sicherheitskonferenz gehandelt wurde, überhaupt noch einmal stattfinden wird.

Der Celler CDU-Bundestagsabgeordnete Henning Otte macht sich für den Erhalt der Konferenz stark. „Ich stehe in intensiven Gesprächen mit dem Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg und seinem Stab sowie Teilnehmern aus der Bundeswehr und der Wirtschaft des Celler Trialogs mit dem Ziel, dass diese Konferenz im nächsten Jahr wieder in Celle als eine Bundeswehrveranstaltung stattfinden wird“, sagte Otte. „Wir überprüfen gerade das Konzept und nehmen Vorschläge für eine noch verbesserte Ausgestaltung in die Betrachtung mit auf. Im Herbst werden wir hierzu eine Entscheidung treffen.“ Er habe von den Teilnehmern des Trialogs aus den Vorjahren in Celle eine sehr positive Resonanz mit dem Wunsch der Beibehaltung gehört, so der Bundestagsabgeordnete.

Zur besonderen Berücksichtigung der Marine sollte die Tagung dieses Jahr ausnahmsweise in Kiel an der Ostsee stattfinden, teilte Otte mit. „Anfangs war überlegt worden, den theoretischen Teil an einem Tag in Celle durchzuführen, um dann am nächsten Morgen per Hubschrauber von Celle nach Kiel zu verlegen.“ Das sei jedoch verworfen worden. Schlechtes Flugwetter hätte die Planung behindern können.

Otte zeigte Verständnis für die Absage. „Damit ist jedoch keine Grundsatzentscheidung getroffen. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.“ Der Celler Trialog habe den Konferenzstandort Celle gestärkt. „Hier haben wir mit der Congress Union als Tagungsort, den Celler Hotels als Übernachtungsort und dem Celler Schloss als repräsentative Einrichtung und den vorhandenen Bundeswehrstandorten in Celle und Umgebung ideale Voraussetzungen.“

Auch die SPD-Bundestagsabgeordnete Kirsten Lühmann bedauerte das mögliche Aus der Tagung. „Das ist eine Veranstaltung, die Celle gut getan hat“, sagte sie. „Ich halte es für sinnvoll, dass sich Wirtschaft und Bundeswehr offen und nicht hinter verschlossenen Türen austauschen.“ Solche Abstimmungen seien wichtig. „Dass eine so hohe Sicherheit nötig war, finde ich schade.“ Man müsse nun nachdenken, ob die Form der Tagung noch zeitgemäß sei.

Militärgegner vermuten, dass es bei der diesjährigen Absage nicht um Geld ging. Auf einschlägigen Internetseiten wird behauptet, dass das Verteidigungsministerium das Treffen 2009 gerade einmal mit 22000 Euro unterstützt habe. Dies sei eine für das Ministerium unbedeutende Summe, hieß es.