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Celle Stadt Spektakuläres Konzerterlebnis
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Spektakuläres Konzerterlebnis
12:01 28.11.2018
Iris Manon spielte begleitet von passenden Laserillustrationen in der ansonsten unbeleuchteten Ludwigskirche. Quelle: David Borghoff
Celle

Die Konzertreihe „Nachtklänge“ in der Celler Ludwigskirche steht für „außergewöhnliche und kreative Musikprojekte“. Das haben Dekanatskirchenmusiker Klaus-Hermann Anschütz, Geigerin Iris Maron und Tonmeister Andre Bartetzki in ihrem jüngsten Konzert aus der Reihe dargestellt und bewiesen: Virtuose Musik und Fingerfertigkeit gepaart mit fremd und modern anmutenden Kompositionen, spektakulär in Szene gesetzt von einer umfassenden, korrespondierenden Laservideoschau – schwere Kost, die polarisierte, in jedem Fall aber beeindruckte.

Das Publikum sitzt, zur späten Abendstunde – erwartungsvoll, gespannt – im Schwarz eines unbeleuchteten Gotteshauses. Eine grazile Frau im schwarzen Abendkleid hat Aufstellung genommen, hebt die Geige – nur auf den Notenblättern steht ein Spot. Eine mystische, ja beinah gespenstische Szenerie, die den Beginn dieses ungewöhnlichen Nachtklänge-Konzertes einleiteten: Iris Manon begann mit dem Adagio und Presto aus der Solosonate g-moll (BWV 1001) für Violine von Johann Sebastian Bach. Später sollten noch die Sarabande und Gigue aus der Partita d-moll (BWV 1004) sowie das Präludium, Loure und Gravotte en Rondeau aus der Partita E-Dur (BWV 1006) folgen. Meisterlich entschieden und temporeich gespielt – eine frische, moderne Interpretation, die sich gut in das musikalische und optische „Gesamtkunstwerk“ dieses Abends einfügte.

Im Zentrum dieser Nachtklänge jedoch stand das eindringliche, moderne Orgel-Werk des Komponisten Olivier Messiaen (1908 bis 1992) – sein Weihnachtszyklus „La Nativité du Seigneur“ (die Geburt des Herren). Messiaen verarbeitet darin in neun „Meditationen“ unterschiedliche Aspekte des Weihnachtsgeschehens – in fünf theologischen Grundideen zusammengefasst. Organist Klaus-Hermann Anschütz hatte sich damit einer fulminanten Herausforderung gestellt (und sie bravourös gemeistert) – schon was die Dauer und Kraft dieser Komposition verlangte. Das Werk lebt von Intuition, in Noten, Klänge, in Klangfarben und klangliche Illustration gepackte Emotion in vielen Schattierungen. Nicht nur vom Organisten erforderte es ein sich fallen lassen, das Nachspüren, Hineinhorchen und Entdecken einer Meditation. Für alle, die gefällige Melodieaufbauten erwarteten, eine schwer verdauliche Kost.

Zusammengehalten wurde das Ganze von den optischen Kompositionen des Berliner Tonmeisters Andre Bartetzki, der mit seinen Laserillustrationen die musikalischen Kompositionen und deren gefühlvolle Ausprägungen gekonnt und passend ergänzte. Einfache Streifenbänder – streng grafische Balken und Muster – Elementarteilchen, die anwachsen, sich finden, verketten und wieder auseinanderbrechen. Psychodelische Farbverläufe – Schlieren, Prismen, Wellen – wabernde Blubberblasen die den gesamten Raum zu einem transzendierten Universum machen – eine neue Erfahrungswelt voller sinnlicher Reize – mal zurückhaltend reduziert dann wieder wild-opulent. Alles zusammengenommen: ein Erlebnis.

Von Doris Hennies

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