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Celle Stadt Sphärische Klänge
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Sphärische Klänge
13:26 20.03.2012
Der Kammerchor der Hildesheimer Dommusik bei seinem Konzert in der Stadtkirche. Quelle: Rolf-Dieter Diehl
Celle Stadt

Mit ihren Gregorianischen Gesängen, einer Auswahl von vertonten Psalmen, in denen sich das religiöse und gottesdienstliche Leben des Volkes Israel in poetischer Form und bildreicher Sprache ausdrückt, breiteten sie eine weite Landschaft der inneren Befindlichkeiten in ständig wechselnden Stimmungsbildern aus. Mal ließen sie die sphärisch anmutenden Klänge dramatisch aufschäumen, mal in lyrischer Klarheit abebben, während sie die alten Verse zwischen subtilen Pianissimo-Passagen und explosiver Energie ausloteten.

Die Vokalisten spannten die großenteils melismatischen Bögen weich und weit in homogenem Klang und absoluter Intonationssicherheit. Gerade, schlichte Stimmführung in geschmeidiger Dynamik und präziser Rhythmik bei hervorragender Atemeinteilung zeichneten die uralten Mönchsgesänge aus. Dabei ergänzten sich die professionell geschulten Stimmen zu einem überaus angenehmen Gesamtklang und vermittelten den Zuhörern innere Ruhe und Andacht.

Ergänzt wurde das Programm durch Choralvorspiele, vorgetragen von Klaus-Hermann Anschütz (Orgel). Wie ein Bildhauer meißelte er die musikalischen Gestalten von Bach und Langlais und – durch Lockerung der kompakten Sätze – die Motive heraus.

Mit Mendelssohn Ba-tholdys „Denn er hat seinen Engeln befohlen“ fand das Konzert einen wunderschön gelungenen Abschluss.

Von Rolf-Dieter Diehl