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Celle Stadt Spielplätze beschäftigen Wietzenbrucher Ortsrat
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Spielplätze beschäftigen Wietzenbrucher Ortsrat
17:56 23.08.2010
Celle Stadt

Es ist laut, es wird gegrölt, Glasflaschen werden zerschmissen und immer wieder brausen Motorroller hin und her. Jugendliche feiern nach Aussagen der Anwohner öfter auf diese Weise bis spät in die Nacht auf dem Spielplatzgelände am Ermlandring und anderswo in Wietzenbruch. Ein Patentrezept, der Lage Herr zu werden, gibt es nicht. Zumindest ein Weg wurde auf der jüngsten Sitzung des Ortsrates aufgezeigt.

„Das ist kein schönes Wohnen mehr in den angrenzenden Häusern“, beschwert sich ein Wietzenbrucher während der Sitzung. „Es ist ja nicht nur der ständige Lärm, an den Häusern gab es auch schon wiederholte Sachbeschädigungen durch die Jugendlichen.“

Die Anwohner des Spielplatzes haben Angst, bezeichnen das Areal als „absoluten sozialen Brennpunkt“. Versuche, mit den Jugendlichen ins Gespräch zu kommen seien bislang gescheitert. „Da wird man sofort bepöbelt und lernt noch ganz neue Schimpfwörter“, so ein weiterer Besucher der Sitzung vom vergangenen Donnerstag. „Als ich mal einen der Rollerfahrer mit meinem Handy fotografiert habe, sind die sofort in der Gruppe auf mich los und wollten das Gerät haben. Da bleibt einem nichts übrig, als schnell stiften zu gehen.“

Ortsbürgermeister Walter Jochim geriet während der Ratssitzung teilweise zum Statisten, während das Gespräch unter den Besuchern immer weitere Probleme zutage treten ließ. „Ich verstehe den Frust der Anwohner des Spielplatzes sehr gut“, so Jochim schließlich. „Daher war es auch mein Anliegen, im Ortsrat konstruktive Lösungen zu erarbeiten.“

Das Problem mit den lärmenden Heranwachsenden sei keines, dem man sofort und dauerhaft beikommen könne, so der Ortsbürgermeister weiter. „Wir sprechen über das Thema schon seit über zehn Jahren. Sie werden immer wieder Probleme bekommen, wenn die nächste Generation heranwächst.“

Mit der Hilfe von Wolf-Dittrich Schwarze vom Jugendtreff Wietzenbruch und zusammen mit den Bürgern wolle man in Zukunft die Jugendlichen vermehrt ansprechen und auf ihr Fehlverhalten hinweisen. „Möglichst in einer Gruppe von Anwohner und immer wieder und wieder“, so Jochim. Ähnliches Vorgehen habe in der Vergangenheit an anderer Stelle bereits für Ruhe gesorgt.

In einem Punkt waren sich Ortsrat und Besucher zudem absolut einig. Jochim: „Wir wollen und können die Jugendlichen nicht einfach nur vertreiben. Die brauchen Raum, in dem sie sich ausprobieren können.“ Wie dieser Raum aussehen könnte und wo er angesiedelt werden soll, darüber wird es wohl eher keine schnelle Entscheidung geben, denn: „wir können vieles machen, aber die Jugendlichen müssen es auch annehmen.“

Von Björn Schlüter