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Celle Stadt Sportler fliegen aus Jugendausschuss
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Sportler fliegen aus Jugendausschuss
16:01 23.02.2012
Von Oliver Gatz
Celle Stadt

Seit Jahren konnte der Kreissportbund (KSB) im städtischen Jugendhilfeausschuss an Empfehlungen mitwirken. In dem Gremium war der Verband stets mit einem beratenden Mitglied samt Stimmrecht vertreten. Doch jetzt ist der KSB nicht mehr im Jugendhilfeausschuss vertreten.

In der Sitzung am 6. März sollen für die neuen Ratsperiode unter anderem die vier beratenden stimmberechtigten Mitglieder berufen werden. Sie vertreten den Stadtjugendring, die Feuerwehr, das Deutsche Rote Kreuz und die Caritas. Ihre Stellvertreter gehören dem Stadtjugendring, dem Technischen Hilfswerk, der Arbeiterwohlfahrt und dem Paritätischen Wohlfahrtsverband an – nicht aber dem KSB.

Die Entscheidung der Politik stößt beim Kreissportbund auf Unverständnis: „Ich bin darüber verärgert“, sagte KSB-Vorsitzender Hartmut Ostermann. „Wir verfügen über viel Kompetenz im Jugendbereich. Wir möchten gerne unsere Erfahrungen auch weiterhin in diesem Fachgremium einbringen.“ Im KSB sind nach Ostermanns Angaben fast 7000 Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren organisiert. Gut 9000 sind es, wenn man die Grenze bei 26 Jahren zieht.

Bei der Stadt verweist man auf gesetzliche Vorschriften zur Besetzung des Jugendhilfeausschusses. Diese sähen vor, dass beratende Mitglieder mit Stimmrecht ihre Hauptwohnung im Gebiet der Vertretungskörperschaft haben müssen, erläuterte Stadtsprecher Wolfgang Fischer. „Eine Ausnahme ist nicht vorgesehen. Alle Beschlüsse, an denen das stimmberechtigte Mitglied mitwirkt, wären rechtswidrig, wenn sie nicht im Stadtgebiet wohnt. Der Kreissportbund kann selbstverständlich eine andere Person benennen. Das haben wir ihm mitgeteilt.“

Nach KSB-Angaben hatte der Verband zunächst den jungen Winser Felix Hemme, Vorsitzender der Sportjugend im KSB, vorgeschlagen. Das habe man im Rathaus zunächst so akzeptiert, später allerdings einen Rückzieher gemacht, heißt es. Daraufhin nominierte der KSB am 30. Januar den Celler Klaus Tietje. Ihn sollte Otto Sohnemann aus Groß Hehlen vertreten. Am 15. Februar teilte die Stadt allerdings mit, dass der KSB nicht mehr im Jugendhilfeausschuss vertreten ist. Der Verband ist der Meinung, dass dies politischer Wille gewesen sei.

Wie Klaus Didisches (CDU), stellvertretender Ausschussvorsitzender, berichtete, war es seit Jahren „guter Brauch“, zwei der vier Posten den Trägern der freien Wohlfahrtspflege zuzuschreiben. Die anderen beiden Sitze erhielten der Stadtjugendring und der Kreissportbund. Dazu habe es üblicherweise gegen Ende einer Ratsperiode eine Empfehlung des alten Jugendhilfeausschusses gegeben, so Didschies.

Nicht so im vergangenen Jahr. Laut Didschies kam für diesen Vorschlag in der Augustsitzung keine Mehrheit zustande. „Die Vorarbeiten sind nicht gemacht worden“, bedauerte Didschies. Stadtjugendring´und Kreissportbund bezeichnete Didschies als die beiden „Pyramiden“ der Jugendarbeit. „Es sind große Organisationen, die ständig mit Jugendlichen zu tun haben“, sagte er.