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Celle Stadt Spurensicherung, Einsatzfahrzeuge und Hundevorführung: Ein Besuch bei der Polizeiinspektion Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Spurensicherung, Einsatzfahrzeuge und Hundevorführung: Ein Besuch bei der Polizeiinspektion Celle
18:10 04.07.2017
Die Kinder lernen bei der Polizei die verschiedenen Einsatzfahrzeuge kennen. Christian Riebandt zeigt ihnen ein Motorrad. Hundeführer wie Britt Ecklebe stellen ihnen zudem ihre Arbeit mit den Hunden vor (kleines Bild).  Quelle: Jochen Strehlau
Celle Stadt

Gleich zu Beginn steht der Zellentrakt im Erdgeschoss des Polizeigebäudes auf dem Besichtigungsprogramm der jungen Gäste. „Die hier bis zu 48 Stunden festgesetzten Personen müssen aus Gründen der Eigensicherheit und zum Schutz unserer Beamten ihre Schuhe vor der Zelle abstellen. Auch Gürtel müssen abgegeben werden", erklärt Christian Riebandt, Beauftragter für Kriminalprävention. Die Kinder lernen zudem, dass über eine Gegensprechanlage und durch eine kleine Klappe in der Tür mit den Gefangenen kommuniziert werden kann.

Danach geht es hoch in den Unterrichtsraum im neunten Stock, von wo man eine tolle Aussicht über die Stadt hat. Der Gebrauch, Nutzen und die Unterschiede von Notrufnummern sind jetzt das Thema. Zu Anfang gibt es gleich ein kleines Rollenspiel: Ein "böser Mann", gespielt von Riebandt, versucht, Schülerin Emmy vor der Schule in sein Auto zu ziehen. Aber diese schreit um Hilfe und kann sich letztlich losreißen. Mitschüler Niklas hat zum Glück alles genau beobachtet. Er wählt die Notrufnummer 110 und kann der Polizei eine gute Personenbeschreibung geben. Sogar Fahrzeugtyp und Kennzeichen hat er sich gemerkt. „Kinder sind gute Beobachter und deshalb gute Zeugen. Da haben sie vielen Erwachsenen etwas voraus“, sagt Riebandt.

Danach geht es darum, welche möglichen Spuren ein Täter nach einem Einbruch hinterlässt. „Wo wird die Polizei überall nach Fingerabdrücken suchen?“, fragt Doris Adlung, Beauftragte für Jugendsachen, und bekommt schnell die richtigen Antworten von den aufmerksamen Schülern. Diese lernen, dass es auch noch DNA-, Schmauch-, und sogar Ohrenspuren gibt. Danach präsentiert Adlung einen Fußabdruck aus Gips und Riebandt nimmt von allen Kindern die Fingerabdrücke.

Im Innenhof zeigen die Hundeführer Britt Ecklebe und Friedhelm Maron schließlich, was ihre Diensthunde alles so können. Die Kinder erfahren, dass bei der Polizei Celle Deutsche und Belgische Schäferhunde, die sogenannten Malinois, im Einsatz sind. „Die Hunde empfinden ihre Ausbildung als Spiel. Sie lernen auf der Basis von Belohnung und Vertrauen, niemals aber durch Bestrafung“, erklärt Maron. Ecklebes Diensthund "Bolle" ist zweieinhalb Jahre alt und hat seine Ausbildung bereits beendet. Die Kommandos "Sitz", "Platz", "Steh", "Aus", "Fuß" oder "Such" beherrscht er blitzschnell.

„Komplexe Übungen bestehen aus vielen Einzelteilen, die auch einzeln gelernt werden“, erklärt Maron. Seinen zum Sprengstoffspürhund ausgebildeten Hund "Hunter", der mit nun zehn Jahren bald in den "Ruhestand" geht, bekam er als acht Wochen alten Welpen. Polizeihund "Piefke" ist erst ein Jahr alt und noch in der Ausbildung. „Schaut euch an, wie aufmerksam er ist – das ist das A und O bei einem guten Polizeihund“, so Maron.

Weiter geht es zum Fahrzeugpark, wo sich die Kinder in ein Polizeiauto setzen dürfen. Riebandt erklärt die Funktionen und den Einsatzzweck eines Polizeimotorrads und zeigt den Kindern, wie laut ein Martinshorn sein kann. In der Turnhalle zeigt Präventionsexperte Karsten Wiechmann in Paarübungen, dass man auch ohne Gewaltausübung einen Angriff effektvoll unterbinden kann. Zum Abschluss des Tages erwartet die Kinder noch ein kleiner Wissenstest. Fragen und Antworten werden durchgesprochen. Danach erhält jeder seinen "Kinderkommissar-Ausweis". „Und was hat euch heute am besten gefallen?“, fragt Doris Adlung. „Alles war super“ – darüber herrscht Einigkeit.

Von Jochen Strehlau