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Celle Stadt Stadt Celle gegen Laserscanning
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Stadt Celle gegen Laserscanning
19:50 06.09.2017
Von Michael Ende
Mit Laserscans können Häuserfassaden millimetergenau vermessen und dokumentiert werden. Quelle: Michael Ende
Celle Stadt

Die Unabhängigen hatten 2016 vorgeschlagen, erneut in die Diskussion zur Thematik Innenstadt-Photogrammetrie und Laserscanning einzusteigen. Ausgangspunkt war ein Brandereignis im Fachwerkbestand der Altstadt von Northeim im Jahr 2009, bei dem mehrere historische Gebäude ein Raub der Flammen wurden. Die Unabhängigen beantragten, für einen ähnlichen Fall in Celle vorzusorgen. Danach wurde eine entsprechende zentimetergenaue Aufnahme für die Celler Altstadt diskutiert, um im Schadensfall über eine verlässliche Grundlage für die Rekonstruktion von historischen Bauwerken zu verfügen.

Als Basis für die Ermittlung eines realistischen Kostenrahmens, hatte die Stadt im Jahr 2012 eine Preisabfrage bei einschlägigen Vermessungsbüros vorgenommen. „Auf Rückfrage wurden die Preisvorstellungen jetzt aktuell durch das Büro bestätigt“, heißt es seitens der Verwaltung: „Neben der Durchführung der reinen Datenaufnahme – also Laserscanning und Erzeugung von Punktwolken für die straßenseitigen Fassaden – schlägt bei der Preisberechnung auch die Auswertung beziehungsweise Modellierung der jeweiligen Gebäude zu Buche.“ Basierend auf den für drei Beispielgebäude berechneten Kosten von im Schnitt 3000 Euro, kämen bei rund 500 Hauptgebäuden in der Celler Altstadt Kosten von 1,5 Millionen Euro zustande. Die dazu gehörenden 500 Nebengebäude flössen mit einem niedrigeren Kostenansatz von 2200 Euro in die Berechnung ein, da für diese bei der Datenaufbereitung mit einem geringeren Detaillierungsgrad und damit weniger Aufwand zu rechnen sei. Wenn man Haupt- und Nebengebäude zusammenfasse ergäben sich unterm Strich geschätzte Kosten von rund 2,6 Millionen Euro.

Noch teurer würde das Ganze, wenn man bei einer Erfassung über die straßenseitigen Fassaden hinausginge, heißt es aus dem Rathaus. Zudem sei die Durchführung einer Photogrammetrie oder eines Laserscannings nicht durch die Sanierungsziele der Altstadt im Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ abgedeckt und könne daher nicht aus Städtebauförderungsmitteln finanziert werden.

Abgesehen von den hohen Kosten: Aus Northeim hieß es seinerzeit nach dem Brand, dass ein Wiederaufbau, bei dem lediglich alte Fassaden kopiert würden, eine „Modesünde“ sein würde. Der Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Historische Fachwerkstädte, Manfred Gerner, lehnte dies ab: „Das würde einen Stahlbetonbau mit einer vorgesetzten Fachwerkfassade bedeuten. Wollen wir mit einer solchen Lüge durch die Welt laufen?“