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Celle Stadt Stadt Celle soll Kinderarmut bekämpfen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Stadt Celle soll Kinderarmut bekämpfen
14:56 16.09.2016
Von Michael Ende
Celle Stadt

Die Studie der Bertelsmannstiftung zeige auf, wie gravierend das Problem der Kinderarmut nicht nur in Deutschland allgemein, sondern speziell auch in Celle sei, so Oliver Müller, Vorsitzender der Ratsfraktion Linke/BSG: „In der Stadt Celle liegt sie deutlich über dem Landesdurchschnitt von 15 Prozent. Gleiches gilt auch für die Jugendarmut.“ Ein Viertel der Kinder lebe in Celle in Haushalten mit massiven finanziellen Problemen, so Müller: „Und das gilt dann auch für jeden sechsten Jugendlichen. Es handelt sich also um ein massives Problem, von dem Politik und Öffentlichkeit kaum Notiz nehmen.“

Müllers Bündnis Soziale Gerechtigkeit habe sich deshalb vorgenommen, dagegen etwas zu tun: „Wir wollen, dass in einem ersten Schritt die Gleichstellungsbeauftragte mal die Fakten für Celle zusammenträgt. Wie ist die Situation, und welche lokalen Teilhabeangebote gibt es schon? Aber wir wollen in einem solchen Bericht dann auch lesen, welche vorbildhaften Projekte es in anderen Städten gibt.“

Eines der größten Probleme dürfte im beruflichen Wiedereinstieg von Alleinerziehenden liegen. Müller regt deshalb einen Runden Tisch an, der sich mit lokalen Lösungsmöglichkeiten befasst: „Die Stadt sollte ein Netzwerk initiieren mit Betroffenen, mit Institutionen wie der Agentur für Arbeit und Schulen, mit Gewerkschaften und Vertretern der Arbeitgeber. Wenn die Betroffenen und die Akteure mehr voneinander wissen, lassen sich vielleicht kleine Pakete schnüren, die Wege aus der Armut öffnen.“ Ziel müsse ein Konzept sein, auf dessen Grundlage die Kinderarmut in der Stadt wirksam bekämpft werden könne.

Im Celler Stadtteil Neuenhäusen hat man das Thema bereits als solches erkannt. Hier gibt es die Initiative „Wir für Kinder“, die 2013 ins Leben gerufen wurde. Die Kreuzkirchengemeinde und die Kirchengemeinde Neuenhäusen sowie der Ortsrat setzen sich hier unbürokratisch ein, um jungen Menschen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.