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Celle Stadt Stadt Celle weitet Blühflächen-Programm aus
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Stadt Celle weitet Blühflächen-Programm aus
12:52 15.03.2018
Von Michael Ende
Quelle: David Borghoff; Montage: Daniel Pracht
Celle Stadt

Fragiler Blütenmix: Die Entwicklung der Pflanzengesellschaften auf dem Blühstreifen habe gezeigt, dass verschiedene Spezies unterschiedlich gut mit den oft kargen Celler Böden zurechtkämen, so Hanssen: "Dieser Blütenmix von Feldblumen enthält zum Beispiel Kornrade, Kornblume, Saat-Wucherblume oder Klatschmohn. Viele dieser ursprünglichen Ackerwildkrautarten sind in Deutschland sehr selten, ausgestorben oder nur regional verbreitet. Da kommt es vor, dass beispielsweise anspruchslose Gräser so gut wachsen, dass sie andere Arten in den Schatten stellen und verdrängen würden, wenn der Mensch nicht eingreift." Ließe man die Natur walten, so würde sich automatisch die Pflanzengesellschaft entwickeln, die am besten an den jeweiligen Standort angepasst sei. "Im Endeffekt hätten wir dann irgendwann Wald", sagt Hanssen.

Wer Blühflächen auf Dauer erhalten wolle, müsse sie deshalb so pflegen, dass das gewollte, künstliche Gleichgewicht nicht kippe, so Hanssen. Nicht allein zur Blütezeit hätten mehrjährige Wildpflanzenmischungen einen positiven Effekt auf die Nahrungsversorgung mehr oder weniger spezialisierter Insekten: "Diese Mischungen bieten das ganze Jahr über Eiablage- und Puppenplätze und reiches natürliches Futter für Vögel und andere Lebewesen. Hinzu kommen neben den ökologischen auch noch ökonomische Vorteile." So spare die extensive Bewirtschaftung dieser Flächen auch Geld: "Manche Areale mähen wir nur einmal im Jahr. Das reicht."

Leben auf der Cramer-Brache: In diesem Jahr hat sich Hanssens Team eine Fläche vorgenommen, auf der die Stadt mit "blühenden Landschaften" garantiert viel Aufmerksamkeit erzielen wird. Gemeint ist die Fläche an der Ecke Wehlstraße/77er Straße, auf der kürzlich die Cramer-Einkaufscenter-Planungen verdorrt sind und wo nach dem Willen der Verwaltung bald Wohnbauten wachsen sollen. Bis das so weit sei, solle dort eine Feldblumenwiese blühen: "Besonders an den Rändern werden wir ein wenig Show machen – mit Stauden, die wirklich ins Auge fallen." Damit wolle die Stadt im Rahmen der Aktion "Celle blüht auf" ein Zeichen setzen: "Wir kümmern uns um Artenvielfalt. Das soll jeder sehen." Zwar könne man auf solchen Ruderalflächen auch einfach gar nichts tun und abwarten, was von selbst dort wachse, doch als sympathisches Ausrufezeichen in Richtung Artenschutz sei das wenig geeignet: "Ein Robinien-Gebüsch, das dort von allein entstehen würde, hätte zwar auch seinen Wert, würde jedoch vom Durchschnittsbetrachter lediglich als unaufgeräumte Ecke empfunden."

Weitere Blühflächen seien im Heilpflanzengarten, auf dem Waldfriedhof und im Stadtgarten am Neuen Rathaus vorgesehen, so Hanssen: "Großflächig wollen wir eine Blühmischung auf dem Grünzug Lückenweg/Bleckenweg in Altencelle aussähen. Das wird aufwändig, weil wir dort zunächst die Grasflächen umbrechen müssen." Am Wilhelm-Heinichen-Ring in Klein Hehlen wolle man da weitermachen, wo man im vergangenen Jahr begonnen habe, sagt Hanssen: "Da gucken wir, was von der letztjährigen Saat wieder aufläuft, und reagieren dann entsprechend."

"Zeit für Grün": Hansen selbst wird in diesem Jahr zusammen mit anderen Experten im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Zeit für Grün" Celler mit auf spannende Ausflüge durch die grünen Oasen der Stadt nehmen. "Dort kann man viel über Gartenkultur lernen, Grünanlagen und das Leben in ihnen erleben und verstehen und sich auch ganz einfach im Grünen wohlfühlen", sagt Hanssen: "Biologische Vielfalt ist für uns ein zentrales Thema." "Zeit für Grün" fasst Vorträge, Führungen, Seminare, Feste, Märkte und Angebote zur Gesundheitsförderung zusammen, die in unterschiedlichen Park- und Grünanlagen und in der Natur der Stadt Celle stattfinden. Einen Überblick über die einzelnen Veranstaltungen findet man im Internet unter www.celle.de.

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