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Celle Stadt Stadt möchte Hotel am Ort des Celler St.-Josef-Stifts
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Stadt möchte Hotel am Ort des Celler St.-Josef-Stifts
10:02 06.07.2014
Von Michael Ende
Der Altbauteil der Klinik am Bullenberg soll so schnell wie möglich abgerissen werden. Quelle: Benjamin Westhoff
Celle Stadt

Wie ein Ertrinkender an den letzten Strohhalm klammerte sich im Jahr 2005 das wirtschaftlich angeschlagene Celler St.-Josef-Stift ans Allgemeine Krankenhaus (AKH). Durch eine Fusion der kleinen Innenstadt-Klinik mit dem großen Konkurrenten am Allerufer wollten die Verantwortlichen das katholische Stift retten. Heute erfindet sich das AKH neu, und die Statue des Schutzpatrons Josef hat wie der Kapitän eines sinkenden Schiffs als letzter den Stift-Standort am Bullenberg verlassen. Der Heilige „wohnt“ jetzt im AKH, das für 50 Millionen Euro neu gebaut wird. Das Josef-Stift hingegen wird bald Geschichte sein.

Der Altbauteil der Klinik am Bullenberg soll so schnell wie möglich abgerissen werden, während in den Neubau des Stifts das Sozialpädiatrische Zentrum des AKH einziehen soll. Was auf der freien, etwa 4600 Quadratmeter großen Fläche entstehen könnte, liegt außerhalb der Verantwortung des AKH: Das Grundstück gehört dem Bistum Hildesheim, das AKH ist nur der Erbpächter. Nach CZ-Informationen soll es einen Investor aus der Region geben, der sich für das Areal interessiert. Im Gespräch sei, an dem Standort ein Hotel und Altenwohnungen zu bauen.

Dafür will die Stadt Celle nun die planungsrechtlichen Voraussetzungen schaffen, indem sie den Bebauungsplan „Gelände des ehemaligen St.-Josef-Stift“ aufstellt. Das 1,5 Hektar große Areal sei für eine städtebauliche Entwicklung prädestiniert, so die Verwaltung: „Das Gelände befindet sich in direkter Nähe zur Altstadt und grenzt unmittelbar an das Veranstaltungszentrum der Congress Union Celle. Die Stadt Celle hat vor allem für größere Gruppen und Tagungsgäste einen Nachholbedarf an Unterkunfts- und Hoteleinrichtungen.“ Da das Plangebiet durch seine Lage und Größe die Anforderungen an eine Hotelnutzung „ideal erfüllt und die vorhandenen Einrichtungen ergänzt“, sei es ein Teilziel der städtebaulichen Entwicklung der Stadt, durch die Aufstellung eines Bebauungsplans die Sondernutzung für ein Hotel vorzubereiten, heißt es.

Das Plangebiet eignet sich nach Einschätzung der Verwaltung weiterhin für innenstadtnahes Wohnen: „Mit der Aufstellung eines Bebauungsplans soll die städtebauliche Gestalt des Quartiers bestimmt werden. Eine Aufteilung des Plangebietes und die Zuordnung der Nutzungen werden im Laufe des Bauleitplanverfahrens erfolgen.“

Gegen die geplante Hotelnutzung dürfte sich Widerstand aus den Kreisen der örtlichen Hoteliers regen. Sie hatten bereits gegen die Idee der Stadt protestiert, im zukünftigen Objekt auf dem Gelände der ehemaligen Feuerwehr-Hauptwache ebenfalls ein Hotel zu integrieren.

Mit der Einleitung des Verfahrens zur Aufstellung des Bebauungsplanes für das Josef-Stift-Gelände wird sich der Ausschuss für Stadtentwicklung und Bauen in seiner Sitzung, die am Donnerstag, 10 Juli, um 17 Uhr im Neuen Rathaus beginnt, beschäftigen.