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Celle Stadt Stadt muss Golf-
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Stadt muss Golf-
17:37 21.12.2011
Von Michael Ende
Minigolfer: Dieser Palast soll durch einen steuergeldfinanzierten 180.000 Euro-Neubau ersetzt werden Quelle: nicht zugewiesen
Celle Stadt

CELLE. Dass „gut gemeint“ oft das Gegenteil von „gut“ ist, weiß CDU-Fraktionsvorsitzender Heiko Gevers nur allzu gut. Allzu gut gemeint habe es nicht nur seiner Ansicht nach die Celler Verwaltung, als sie im Zuge des durch den Neubau der Feuerwehr-Hauptwache auf dem Saarfeld nötigen Umzug der Bahnengolfer auf die Herrenwiesen, dort ein Minigolfer-Vereinsheim geplant hat, dass den Steuerzahler zwischen 180.000 und 190.000 Euro kosten soll. Ein Minigolf-“Palast“, der sich als Luftschloss entpuppen dürfte, denn die Politik hat ihr Veto eingelegt.

Gevers sieht ebenso wie Torsten Schoeps (WG) und Bernd Zobel (Grüne) nicht ein, wie man im Rathaus darauf kommen konnte, so viel Geld für das Domizil eines rund 65 Mitglieder zählenden Bahnengolf-Vereins BGC auszugeben. Der hatte nach eigenen Angaben Anfang der Achtziger Jahre rund 85.000 D-Mark in seine Unterkunft am Saarfeld gesteckt und verlangt nun etwas Adäquates von der Stadt. Dass die Zwangsumsiedlung als Chance gesehen wird, sich zu „verbessern“, davon hatte man beim BGC vor dem jetzigen Streit keinen Hehl gemacht.

FDP-Fraktionsvorsitzender Joachim Falkenhagen kritisiert, dass die Verwaltung “einfach nur so vor sich hingeplant” habe und das nie mit dem BGC darüber gesprochen worden sei, wie er sich am Neubau beteiligen wolle: „Dies ist ein schlagendes Beispiel dafür, dass Politiker und Sportler Opfer von Verwaltungshandeln geworden sind.

Manche Kosten seien beim Umzug „sicher unvermeidlich, aber es ist unbedingt darzulegen, ob und wenn ja, inwieweit sich der Minigolfverein hier verbessert“, sagt SPD-Fraktionschef Jürgen Rentsch: „Wenn also, wie von manchen vermutet, eine Luxussportanlage errichtet werden soll, dann muss das nicht nur wegen der Kassenlage der Stadt abgelehnt werden. Es muss aber allen klar sein, dass hier nicht um eine versteckte Sportförderung geht, sondern dass diese Kosten im Zusammenhang mit dem Neubau der Feuerwache zu sehen sind. Wer A sagt, muss auch B sagen. Aber nur soweit, wie es unbedingt sein muss, und nicht ohne eine vollständige Information des Rates.“

Im Finanzausschuss hatte Erste Stadträtin Susanne Schmitt angekündigt, dass man die Informationen für die Politik „ergänzen“ wolle. Im Januar solle das Thema wieder auf der Tagesordnung stehen. Auf CZ-Nachfrage heißt es aus dem Rathaus, dass die entsprechende Vorlage wie von der Politik gefordert „ergänzt werde.

Wohin die Reise gehen muss, darüber ist sich die Politik einig. Den Bau eines „opulenten“ Vereinsheims schließt jedenfalls Gevers aus. Er könnte sich auch etwas absolut Einfaches vorstellen - als Gipfel des Spartanischen „zur Not auch einen Baucontainer oder einen Holzschuppen aus dem Baumarkt“.

Michael Ende

Der Neubau der Feuerwehr-Hauptwache auf dem Saarfeld macht es erforderlich, dass die dortige Minigolfanlage auf die Herrenwiese verlegt wird. Für die Sanierung und Umgestaltung der Sportstätten an beiden Standorten hatte die Verwaltung ursprünglich rund 320.000 Euro veranschlagt. Später kletterte diese Summe auf 450.000 Euro, zuletzt sogar auf 700.000 Euro.

Für den Neubau eines BGC-"Vereinshauses" veranschlagt die Verwaltung mindestens 180.000 Euro. Soviel würde das Haus in Holzbauweise kosten. Als Massivbau soll es 190.000 Euro kosten. Hinzu kommen Umbaukosten auf dem Saarfeld in Höhe von 235.000 Euro und auf der Herrenwiese für 275.000 Euro. Weitere 50.000 Euro für den Bahnengolfsport investiert die Stadt im als Spielstätte genutzten alten Bunker unter der Hölty-Turnhalle in eine neue Entrauchungsanlage.