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Celle Stadt Stadt und Kreis begrüßen (Neu-)Bürger
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Stadt und Kreis begrüßen (Neu-)Bürger
15:49 04.03.2012
Gemeinsamer Willkommensempfang f¸r B¸rger. Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Es sind Einwanderer. Für all jene, die im vergangenen Jahr die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen haben, veranstalteten Stadt und Landkreis Celle am Freitag einen Willkommensempfang. Doch es kamen nicht viele.

Warum? „Wer die Staatsbürgerschaft annimmt, muss schon lange in Deutschland sein“, sagte Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende. „Da ist dieser Akt nicht mehr das große Zeichen.“ Dennoch sei der Empfang notwendig: „Der Wechsel der Staatsbürgerschaft ist nicht wie ein Kleidertausch. Sie bekennen sich zu unserem Staat. Und wir bekennen uns zu ihnen als Bürger.“ Dafür, sagt Mende, sollen auch die politischen Repräsentanten stehen.

Mit dabei waren die gebürtigen Syrer Gülschan Schammo und Manan und Delovan Nabo. Seit rund zehn Jahren leben sie in Deutschland, die meiste Zeit im Landkreis Celle, zunächst in Lachendorf, nun im Stadtgebiet. Delovan Nabo, 18 Jahre alt, spricht fließend Deutsch. Sie macht eine Ausbildung zur Pflegeassistentin. Ihr Bruder berichtet, dass sie von Arabern verfolgt wurden und deshalb nach Deutschland zogen.

Muhyettin Yasit lebt schon seit 1979 in Deutschland, damals kam er mit seinen Eltern. „Ich dachte, ich krieg das nicht“, sagt er auf die Frage nach der späten Einbürgerung. „Eigentlich wollte ich das schon lange.“

Aus Tschetschenien kam Familie Bolotchanov, das war im Jahr 2002. „Wegen dem Krieg“, sagt Luisa Tavsieva. Es war schwer für sie, eine Arbeit zu finden. Nun reinigt sie Büros. In Zukunft würde sie gerne in einer Küche arbeiten.

„Zur Vielfalt gehört auch, dass es Menschen gibt, die Angst haben“, sagte Landrat Klaus Wiswe in seiner Ansprache. Dies sei kein deutsches Phänomen, es sei in vielen Ländern so. Wiswe rief zu gegenseitigem Respekt auf und gegenseitige Anerkennung. „Bringen Sie sich ein“, sagte er. Gleichzeitig sei es wichtig, sich zu Grundwerten der Kultur zu bekennen, zur Gleichbehandlung der Geschlechter, zur Meinungs- und Religionsfreiheit.

Von Isabell Prophet