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Celle Stadt Stadt will Kater-Kastrationspflicht
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Stadt will Kater-Kastrationspflicht
13:41 13.03.2012
Von Michael Ende
Celle Stadt

CELLE. Um 139 Katzen, davon 75 verwilderte Tiere, müssen sich derzeit die Mitarbeiter des Celler Tierheims kümmern. In diesen gestrandeten Katzen manifestiert sich ein Problem, dass die Stadt Celle nun bei den Hörnern packen will, indem sie bei den Katzen weiter unten ansetzt. Damit die unkontrolliert wachsende Population eingedämmt wird, soll eine Verordnung Katzenhalter künftig zur Mithilfe verpflichten: Tiere sollen unfruchtbar gemacht und gechippt werden.

Katzenhalter, die ihrem Tier die Möglichkeit gewähren, sich außerhalb der Wohnung zu bewegen, haben diese laut Katzenverordnungs-Entwurf zuvor von einem Tierarzt kastrieren und mittels Mikrochip kennzeichnen zu lassen. Wer sich nicht daran hält, dem sollen bis zu 5000 Euro Bußgeld drohen. Dabei will die Verwaltung die kontrollierte Vermehrung von Katzen weiterhin zulassen: "Für die Zucht von Rassekatzen können auf Antrag Ausnahmen von der Kastrationspflicht zugelassen werden, sofern eine Kontrolle und Versorgung der Nachzucht glaubhaft dargelegt wird."

Die Katzen-Verordnung basiert auf einem Antrag der SPD, die damit im Bundestag am Widerstand von CDU und FDP gescheitert ist. Niedersachsens Landwirtschaftsminister Gerd Lindemann (CDU) prüft eine landesweite Kastrationspflicht für Katzen. In Verden und Hildesheim müssen seit 2011 Katzenbesitzer ihre Vierbeiner kastrieren lassen. Auch Bremen hat die Kastrationspflicht bereits eingeführt. Paderborn und Delmenhorst sollten Vorbild für Celle sein, so Jens Rejmann (SPD). Es gehe darum, Tierelend zu verhindern, für das auch verantwortungslose Katzenbesitzer mit verantwortlich seien.

Die aufgrund der "Katzenschwemme" überlasteten Tierheime dürfe man mit dem Problem nicht allein lassen, so Rejmann. Heidemarie Peters, Vorsitzende des Celler Tierschutzvereins, hatte das Thema schon vor Jahren angeschoben: "Wir müssen das Paderborner Modell möglichst schnell einführen."

Ob die kommunale Katzenverordnung erlassen werden soll, damit beschäftigen sich die Mitglieder des städtischen Ausschusses für öffentliche Einrichtungen, Umwelt und Klimaschutz in ihrer Sitzung, die am morgigen Donnerstag um 17 Uhr im Saal im vierten Stock des Neuen Rathauses beginnt.