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Celle Stadt Stadtbibliothek zeigt Mandela-Ausstellung
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Stadtbibliothek zeigt Mandela-Ausstellung
13:19 06.07.2018
Von Jürgen Poestges
Nur Eingänge mit einem solchen Schild durfte die farbige Bevölkerung in Ämtern und Geschäften benutzen: Michael Schaaf mit einem Stück aus der Nelson-Mandela-Ausstellung in der Stadtbibliothek. Oben das berühmte Foto vom Besuch Mandelas in seiner ehemaligen Celle. Unten die Schlagzeile nach seiner Haft-Entlassung. Quelle: David Borghoff (3)
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Michael Schaaf, der einige Jahre in Südafrika gelebt hat und in Johannesburg an der deutschen Schule unterrichtete, hat viele Raritäten über das Leben Mandelas gesammelt. Viele davon wurden für die Ausstellung aufbereitet. „Nelson Mandela ist für mich neben Mahatma Gandhi einer der wichtigsten Personen der Weltgeschichte“, sagt Schaaf. Persönlich getroffen hat er ihn zwar nie. Aber er war oft dabei, wenn Mandela öffentliche Auftritte hatte.

„Der Mensch Nelson Mandela hat mich immer fasziniert“, erzählt Schaaf. „Schon als ich im Jahr 1989 für ein Semester an der Universität in Kapstadt studiert habe.“ Zu dieser Zeit war Mandela in Südafrika eine Unperson. „Er wurde nie erwähnt, in allen Veröffentlichungen über ihn wurden seine Zitate herausgenommen, auf Fotos wurde sein Gesicht geschwärzt.“ Wenn er ihn bei seinen öffentlichen Auftritten gesehen hat, war es immer etwas Besonderes. „Von Mandela ging eine ganz eigene Aura aus. Menschen, die ihn getroffen haben, haben mir das bestätigt. Wenn er mit jemandem gesprochen hat, dann gab er seinem Gegenüber immer das Gefühl, dass man wichtig ist.“ Und er habe das Talent besessen, auf Menschen zuzugehen. „Er hat auch seine Feinde besucht, mit ihnen Tee getrunken oder mit ihnen gegessen.“ Und er ging in seiner Zeit als Präsident auch mit der Opposition respektvoll um. „Für ihn gehörten die Buren immer auch zu Südafrika gehört“, erzählt Schaaf. „Seine Überzeugung war: Das hier ist auch ihre Heimat, wohin sollen sie denn sonst gehen.“ Dazu passt ein Zitat des großen Staatsmannes: „Wenn du Frieden haben willst, musst du nicht mit deinen Freunden reden, sondern mit deinen Feinden.“

Auf der Titelseite der Zeitung, die im Jahr 1962 die Verurteilung Mandelas verkündete, wurde für 25 Jahre das letzte Foto von Mandela veröffentlicht – natürlich zu sehen in der Ausstellung. Ein Original-Stein der Zelle ist dabei, viele Fotos und Dokumente, die das Leben des Präsidenten zeigen. Für die Menschen in Südafrika war Mandela verschwunden, niemand wusste für lange Zeit, wie er überhaupt aussieht.

„Es geht aber nicht nur um Mandela“, sagt Schaaf. „Ich will auch die Geschichte des Landes und der Apartheid aufzeigen.“ Dazu gehören Handschellen und ein Gummigeschoss, mit dem die Polizei auf farbige Demonstranten gezielt hat. Und die Rohstoffe, die Südafrika reich machten, sind ebenfalls zu sehen: Gold, Diamanten und Uran.

Besonders stolz ist Schaaf auf einen Kurzfilm, der Mandelas erstes Fernsehinterview zeigt. Es stammt aus dem Jahr 1956. „Der Film war vorher noch nie zu sehen.“ Ausgestellt ist auch ein privates Fotobuch mit Aufnahmen von Mandelas 92. Geburtstag. Oder ein Wahlplakat mit seinem Konterfei. Schaaf erinnert sich an eine seiner Begegnungen mit Mandela. „Das war, als er sich nach seinem Rücktritt als Staatspräsident in Johannesburg von seinem Volk verabschiedet hat.“ Mandela stand auf den Stufen des Regierungsgebäudes und winkte den Menschen zu. Schaaf hielt ein großes Plakat hoch. „Das hatte ich vorher von einem Laternenpfahl entfernt.“ „Thank you“ stand in großen Lettern darauf - das Plakat besitzt Schaaf heute noch. „Und am nächsten Tag erschien ein Foto in der Zeitung, das mich als einzigen Weißen mit dem Plakat inmitten der farbigen Bevölkerung zeigte.“

Eine einzigartige Begegnung hatte Schaafs Sohn Justin mit dem großen Politiker. Zu Mandelas 92. Geburtstag malte er dem Politiker ein Bild. „Papa, das möchte ich ihm gerne zum Geburtstag schenken!“ Gesagt, getan. Schaaf fuhr mit seinem Sohn zum Haus Mandelas, Justin klingelte – und wurde hereingelassen. So entstand das Foto, das den Staatsmann gemeinsam mit dem Jungen in seinem Wohnzimmer zeigt.

Am 5. Dezember 2013 ist Nelson Mandela gestorben. Einen Tag später ist Schaaf zu dessen Haus gefahren. „Es war faszinierend, die Menschen zu sehen, die sich dort versammelt hatten“, erinnert er sich. „Das war keine Trauer. Die Menschen haben getanzt und gesungen. Sie haben ein Leben gefeiert, nicht einen Tod betrauert.“

Nelson Mandela wäre am 18. Juli 100 Jahre alt geworden. Was für ein Mensch und Politiker er war, stellt Michael Schaaf in einer sehr persönlichen Ausstellung dar. „Ich bin der Stadtbibliothek und ihrem Team sehr dankbar für die Unterstützung und dafür, dass die Ausstellung dort stattfinden kann“, sagt Schaaf. Sie ist dienstags bis freitags von 10 bis 19 Uhr und samstags von 10 bis 14 Uhr zu sehen.

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