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Celle Stadt Stadtwerke wollen Netz zurück
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Stadtwerke wollen Netz zurück
18:30 08.11.2018
Von Gunther Meinrenken
Der Strom- und Gasmarkt ist heiß umkämpft. In Celle machen sich die Stadtwerke und die SVO gegenseitig Konkurrenz. Quelle: Julian Stratenschulte
Celle

Als der ehemalige Celler Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) 2013 einen neuen Geschäftsführer der Stadtwerke präsentierte, zeigte sich schnell, dass mit Thomas Edathy nun ein Mann an der Spitze der 100-prozentigen Stadttochter saß, der sich mit dem Status Quo nicht zufrieden geben wollte. Bereits ein Jahr später stiegen die Stadtwerke wieder in das Strom- und Gasgeschäft ein und machten dem lokalen Marktführer SVO Konkurrenz. Diese Situation könnte sich mittelfristig weiter verschärfen. Edathy hätte nichts dagegen, den unter Mende eingeschlagenen Weg der Rekommunalisierung der Energieversorgung konsequent weiter zu beschreiten. Er macht keinen Hehl daraus, dass er die Konzessionen für Strom und Gas von der SVO Holding und deren Tochterunternehmen Celle Uelzen Netz GmbH (CUN) wieder zurückhaben möchte.

Unter Edathy haben die Stadtwerke der SVO kräftig Kundschaft abgeworben. Von den etwa 4700 Strom- und 1900 Gaskunden, die von den Stadtwerken mittlerweile beliefert werden, sind schätzungsweise 75 beziehungsweise 85 Prozent vorher bei der SVO gewesen. Dazu kommen noch weitere Nadelstiche. So haben die Stadtwerke sich Geschäftsfelder von der SVO zurückgeholt wie etwa die Trinkwasserabrechnung. Ab kommendem Jahr werden die Stadtwerke für den Klärbetrieb die Abwasserabrechnung aufbereiten (vorher SVO) und ganz aktuell hat die SVO die technische Betriebsführung für die Stadtwerke-Wassersparte an die Veolia-Tochter OEWA verloren. Ein Verlust der Konzessionen für Strom und Gas würde allerdings ungleich schwerer wiegen. Sie würde das Kerngeschäft des Energieversorgers direkt betreffen.

Das ist die Ausgangslage: Ende der 90er Jahre hat die Stadt Celle unter dem ehemaligen CDU-Oberstadtdirektor und späteren Oberbürgermeister Martin Biermann die Gas- und Energiesparte der Stadtwerke an die SVO-Mutter Avacon verkauft. Das Leitungsnetz für Strom und Gas gehört seitdem der SVO, beziehungsweise der CUN. Für die Nutzung des städtischen Bodens, in dem die Leitungen liegen, muss die SVO an die Stadt eine Konzessionsabgabe zahlen, dafür muss jeder andere Energieversorger für die Nutzung des Netzes Abgaben an die CUN entrichten. Ein einträgliches Geschäft. Die Konzessionen werden von der Stadt vergeben. Der aktuelle Vertrag läuft noch bis Ende 2026. Bis Ende 2024 müsste der Stadtrat diesen kündigen, wenn die Konzessionen neu ausgeschrieben werden sollen.

Stadtwerke-Geschäftsführer Edathy, dessen Vertrag nur bis Ende Mai 2023 läuft, bereitet dennoch schon einmal den Boden für einen solchen Schritt. Er hat eine klare Meinung: "Ich würde die Kündigung des Konzessionsvertrages empfehlen. Denkbar wäre, dass dann die Stadtwerke eventuell mit einem Partner die Ausschreibung gewinnen", so Edathy. In diesem Fall wäre die SVO gezwungen, auch das Leitungsnetz an die Stadtwerke zu verkaufen. Die Rekommunalisierung wäre vollzogen.

Bei der SVO ist man für ein solches Szenario vorbereitet. So einfach würde sich der lokale Energieversorger die Konzessionen nicht abjagen lassen. "Wie in 2011 gehen wir davon aus, dass eine Neuvergabe der Konzessionen bedingt, dass es ein Vergabeverfahren zur Entscheidungsvorbereitung gibt und letztendlich der Rat der Stadt Celle entscheidet. Wir werden uns bewerben und sind überzeugt, ein leistungsstarkes Angebot abzugeben", so SVO-Sprecherin Anne Ruhrmann, die ergänzt: "Grundsätzlich stellen Konzessionen die Basis für die Aufgaben des Netzbetreibers dar. Ein Verlust der Konzessionen in Celle hätte wahrscheinlich Folgen für das Unternehmen." Im Klartext: Die SVO würde auf ihre Rolle als reiner Energieversorger zurechtgestutzt.

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