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Celle Stadt Statt mit Dampflok mit Taxi nach Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Statt mit Dampflok mit Taxi nach Celle
15:52 13.12.2013
Von Christopher Menge
Celle Stadt

So auch Melanie Kuhnert, die sich in erster Linie über das Krisenmanagement des Veranstalters ärgert. "Man kann doch nicht die Celler Reisenden in Hannover ausladen und in der Nacht bei Kälte und Nässe auf dem Busparkplatz ohne weitere Informationen abstellen", sagt Kuhnert, "ich habe nachts um drei Uhr – nach einer Stunde Wartezeit – ein Taxi genommen." Sauer ist die Cellerin auch darüber, dass vom Veranstalter keine Entschuldigung kam. Auf der Facebook-Seite hieß es: "wir haben aus der Situation das Beste gemacht. Immer bedenken, dass die Organisation eines Busses nicht ganz so einfach war. Übrigens war die Aktion von uns gut-will. Verpflichtet waren wir dazu nicht."

Das bestätigt auch Hauptorganisator Mike Rietenberg, Lokführer der Diesellok, auf CZ-Anfrage. "In unseren AGBs steht, dass wir keine Beförderungspflicht haben, aber wir haben uns gegenüber unseren Fahrgästen moralisch verpflichtet gefühlt." Daher habe man in der Nacht Busse organisiert. Vier Busse standen bereit, als der Zug um zwei Uhr in Hannover eintraf. Damit wurden die Gäste nach Lüneburg, Burgdorf und Uelzen gefahren. Für die Celler wurde um 3.50 Uhr ein Bus zur Verfügung gestellt – eine Stunde und 50 Minuten nach der Ankunft in Hannover. "Da war mindestens die Hälfte schon aufs Taxi umgestiegen", sagt Kuhnert, die sich auch an den Veranstalter gewendet hat. Schließlich sind ihr für das Sammeltaxi 50 Euro Mehrkosten entstanden.

Für die Verspätung konnte der Veranstalter allerdings nichts. Bei Köthen in Sachsen-Anhalt war ein 28-jähriger Mann mit seinem PKW in einem gesperrten Baustellenbereich in den Schienen steckengeblieben. Ein Güterzug erfasste das Auto. Der Mann, gegen den Strafanzeige gestellt wurde, konnte das Auto rechtzeitig verlassen. Aufgrund der späteren Ankunft in Hannover musste die Dampflok über Rotenburg anstatt über Celle nach Hamburg fahren. "Uns sind Mehrkosten von 10.000 Euro entstanden", sagt Rietenberg, "es war kein schöner Tag." Weder für den Lokführer noch für die Celler Fahrgäste.