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Celle Stadt Stehende Ovationen für „Gänsehaut“-Interpretationen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Stehende Ovationen für „Gänsehaut“-Interpretationen
13:59 04.04.2016
Celle Stadt

In ihrer Programmfolge aus geistlichen Chorälen, russischen Romanzen und Volksliedern brachten die Vokalisten mit ihren professionell geschulten Stimmen begeisternde Beispiele für ihre ungemein gepflegte und klangschöne Chorkultur. Die ungemein gefühlsbetont vorgetragenen Lieder sorgten dabei für ein Höchstmaß an Gänsehaut. Denn die Sänger protzten nicht mit ihrer enormen Stimmkraft, sondern nutzten sie auf ohrenfreundliche Art, um sowohl in herzergreifenden Soli als auch in voluminösen Tutti mit fein dosierter und variabel eingesetzter Lautstärke sowie mit pulsierenden Crescendi und emotional gesteuerter Dynamik die Liedtexte adäquat zu kolorieren. In einem perfekt miteinander verwobenen Klangteppich sorgten sie immer wieder für einen voluminös ausbalancierten Grundklang, von dem aus die einzelnen Stimmen strahlen konnten, um sich dann wieder in den Ensembleklang einzufügen.

Anhand weltberühmter Beispiele wie „Ich bete an die Macht der Liebe“ oder „Eintönig klingt das Glöckchen“ wussten sie dabei eindrucksvoll zu verdeutlichen, dass es oft die leisen, unaufdringlichen Töne sind, die dramaturgisch am meisten zu überzeugen vermögen. Und sie sangen nicht einfach nur die akkurat intonierten Verse, sondern malten mit ihren unbeschreiblich emphatisch gestaltenden Stimmen die darin enthaltenen Botschaften quasi in den Raum und ließen sie für das Publikum erlebbar werden. Mit stehenden Ovationen honorierten die Zuhörer am Ende das rundum gelungene Konzert, dem das Sextett mit einer bewegenden teils russisch-, teils deutschsprachigen „Gänsehaut“-Interpretation von Brahms’ Wiegenlied („Guten Abend, gut’ Nacht“) noch das sprichwörtliche Sahnehäubchen aufsetzte.

Von Rolf-Dieter Diehl