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Celle Stadt Stephan Weil in Celle: "Niedersachsen sind nicht hoppla-hopp"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Stephan Weil in Celle: "Niedersachsen sind nicht hoppla-hopp"
17:48 12.01.2017
Hand in Hand für die kommenden Bundes- und Landtagswahlen: (von links) Dirk-Ulrich Mende, Stephan Weil, Kirsten Lühmann und Maximilian Schmidt. Die SPD Niedersachsen und die Landkreis-SPD begrüßten rund 200 Sozialdemokraten im Celler Schloss.  Quelle: Alex Sorokin
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Das kam bei den Genossen im Rittersaal des Celler Schlosses gut an. Volksnah gab sich der niedersächsische Landesvater. Nicht hinter dem Rednerpult, kein Papier, nur das Mikrofon in der Hand: Weil zeigte sich angriffslustig und dynamisch. Vom Erfolg der SPD-Landespolitik in der gegenwärtigen Legislaturperiode zeigte er sich überzeugt.

„Selbstvertrauen“, forderte Weil immer wieder. „Wir sind nicht perfekt in Deutschland, aber wir sind eine starke Gemeinschaft“, so der Ministerpräsident. Es gebe keinen Grund Trübsal zu blasen, sondern mutig in die Zukunft zu blicken. „Nicht breitbeinig, hoppla-hopp“, erklärte Weil, „so sind Niedersachsen nicht.“ Sondern mit einem „gesunden Selbstvertrauen“. Er forderte, dieses auch zu zeigen und neue Wege zu gehen.

An Selbstvertrauen mangelte es Weil an diesem Abend jedenfalls nicht. Unter der rot-grünen Landesregierung seien mehr sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze geschaffen, in den Bereich Bildung investiert und nicht zuletzt der Haushalt saniert worden. Ohne neue Schulden gehe Niedersachsen in die nächsten beiden Haushaltsjahre. Vor der der letzten Wahl habe der Haushalt schlechter ausgesehen, so Weil. Trotzdem habe Rot-Grün die Studiengebühren abgeschafft. „In der nächsten Periode machen wir die Sache rund“, so Weil, „keine Kita-Gebühren.“

Er habe in den vergangenen Jahren aufgehört seine vielzähligen Besuche in Celle zu zählen. Dies führe er besonders auf eine Person zurück: den scheidenden Celler SPD-Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende. „Das war das erste Mal seit der Besiedlung der norddeutschen Tiefebene, dass ein sozialdemokratischer Oberbürgermeister in Celle gewählt wurde“, betonte Weil.

Die Entscheidung die Jahresauftaktklausur künftig regelmäßig in Hustedt zu veranstalten, begrüßte Mende. „Für Celle bedeutet das, einmal jährlich auch im Zentrum der politischen Berichterstattung auf Landesebene zu stehen“, hob der Oberbürgermeister hervor. „Max hat es an anderer Stelle gesagt“, erklärte Mende scherzend, „vielleicht wird Celle die Bekanntheit Wildbad Kreuths erlangen.“

Die Bilanz für die Celler Region sehe „großartig“ aus. Über 180 Millionen Euro an Landesmitteln seien in den vergangenen vier Jahren an die Stadt und den Landkreis gegangen. Den besonderen Dank dafür richtete Mende nicht nur an Weil und die anwesenden Kabinettsmitglieder, sondern auch an den Celler Landtagsabgeordneten Maximilian Schmidt. „Das ist deutlich mehr als in den zehn Jahren Schwarz-Gelb“, resümierte der Chef im Celler Rathaus. Den Beschluss der gebührenfreien Kindergärten stellte Mende in den Fokus. „Für eine normal zahlende Familie in Celle, die einen Halbtagsplatz in einer städtischen Kita belegt hat, bedeutet das eine Entlastung von rund 1900 Euro.“

Von einem „Signal aus Celle“ sprach auch Schmidt: „Wir werden jetzt die nächste Bildungshürde abschaffen“, so der Landtagsabgeordnete, „gleiche Bildungschancen für alle. Von Anfang an.“ Als Sozialdemokrat bedeute dies für ihn soziale Freiheit. Die Chance zu haben, etwas aus dem Leben zu machen, unabhängig der sozialen Herkunft, erläuterte Schmidt. „Nicht wo du herkommst, sondern wo du hin willst“, sei entscheidend. Daher sei er sehr froh über den Konsens, der in Celle getroffen wurde. Diese Ergebnisse sollen nun auch in den Mittelpunkt der Landtagswahl gerückt werden.