Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt "Sternenkinder" verbindet Eltern nach schlimmen Verlust
Celle Aus der Stadt Celle Stadt "Sternenkinder" verbindet Eltern nach schlimmen Verlust
13:01 06.09.2013
"Sie ist perfekt und macht uns glücklich":  Sandra Silkenat mit Tochter Clara.
Celle Stadt

Inspiriert von und angeschlossen an die „Initiative Regenbogen – glücklose Schwangerschaften“ ist „Sternenkinder“ eine wichtige Anlaufstelle, hilft mit Informationen und Beratung - bildet vor allem aber eine Vernetzung von Betroffenen mit Betroffenen. Sich gegenseitig zu stützen, sicher zu sein, dass die anderen das Schicksal teilen und wissen, was man durchlebt, hilft, einen Alltag zu meistern, weiter zu machen, obwohl doch alles so falsch und anders wirkt.

Die monatlichen Treffen der Selbsthilfegruppe in Celle bieten einen geschützten Rahmen, in dem es möglich ist, über den Verlust eines Kindes und alle damit verbundenen Probleme zu sprechen. „Es ist wichtig, darüber reden zu können und zwar so oft man das möchte“, sagt Sandra Silkenat, Ansprechpartnerin von „Sternenkinder“: "Natürlich finden die meisten Eltern auch in ihrem persönlichen Umfeld Menschen, die ansprechbar, interessiert und mitfühlend sind. Aber mit Nichtbetroffenen ist es doch belastend, immer wieder das gleiche Thema anzugehen.“

Silkenat weiß, wovon sie spricht. Vier Kinder hat sie verloren. Jedes hat seine Geschichte, seinen Platz und seinen Anteil im Weg ihres Lebens. 2007 war Silkenat zum ersten Mal schwanger: "Natürlich haben wir uns darüber gefreut, über Schwierigkeiten hatten wir uns keine Gedanken gemacht.“ Bis zur Nacht, in der die Fruchtblase geplatzt ist und die werdende Mutter per Krankenwagen in die Klinik gebracht wurde.

Ein Horror-Szenario: Die 21. Schwangerschaftswoche, das Fruchtwasser weg, Panik, unsensible Ärzte - Liegen, Bangen, Hoffen. Die Infektionswerte von Mutter und Kind steigen stetig. Schließlich die Entscheidung, Einleitung der Wehen – gleichbedeutend mit dem sicheren Tod – denn der Fötus ist nicht lebensfähig. Celia kommt lebend auf die Welt, 300 Gramm leicht. Sanft und liebevoll der Mutter in die Hände gegeben, stirbt die winzige Tochter 30 Minuten später im Arm ihrer Mutter.

Noch im gleichen Jahr endet die nächste Schwangerschaft mit einem frühen Abgang. Im August 2008 stirbt Simon, in der 20. Woche während der Geburt. 2009 können die Ärzte die einsetzenden Wehen in der 21. Woche nicht mehr stoppen, Philipp kommt auf die Welt - noch ein "Sternenkind". Manchmal ist das Schicksal gnädig: Vor 14 Monaten wurde Clara geboren – in der 39. Woche, mit 3100 Gramm. Auch dies war keine unproblematische Schwangerschaft – egal. Silkenat: „Sie ist perfekt und macht uns glücklich.“

Infos zu „Sternenkinder“ gibt es bei Cornelia Knoop unter ☏(05145) 1553 oder per Email an sternenkinder-celle@web.de. (dhe)

Von Doris Hennies