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Celle Stadt Stillstand am Nordwall
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Stillstand am Nordwall
18:36 27.09.2013
Von Gunther Meinrenken
Der Ausbau des Nordwalls lässt auf sich warten. Die Verhandlungen mit den drei verbliebenen Eigentümern, wie die Firma "malerschröder", liegen auf Eis. Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Vollmundig hatte die Stadt im Januar vergangenen Jahres angekündigt, dass im Nordwall bald die Abrissbirne geschwungen wird. Noch im ersten Halbjahr 2012, so ließ sich damals Stadtbaurat Matthias Hardinghaus vernehmen, wolle man die ersten Gebäude abreißen lassen. Getan hat sich seitdem nichts. Bei dem wichtigen Infrastrukturprojekt, dem Kernstück des Ausbaus Äußerer Ring, herrscht Stillstand.

Ursprünglich wollte man 2014 oder 2015 mit dem gegenläufigen Ausbau des Nordwalls beginnen. Doch schon im September 2012 ruderte die Verwaltung vorsichtig zurück, wurde die Fördermittelsituation als Grund angeführt, warum die Bagger noch nicht rollen könnten. Zuletzt, im Juni diesen Jahres, wurde der Beginn der Baumaßnahme vorsichtig nach hinten geschoben und für "2015 und 2016 vorgesehen".

Im Neuen Rathaus beschleicht die Mitarbeiter langsam Unbehagen, wenn das Projekt erwähnt wird. Die Fördermittelkulisse hat sich noch nicht entscheidend weiter entwickelt. Das Vorhaben sei zwar in das Mehrjahresprogramm nach dem Entflechtungsgesetz aufgenommen, heißt es seitens der Verwaltung. „Eine verbindliche Summe von Fördermitteln wurde jedoch – wie im Rahmen dieser Aufnahmen üblich – noch nicht bewilligt", teilte Stadtsprecher Wolfgang Fischer mit. Und die Fördermittel wolle man für den Abriss in Anspruch nehmen.

Der wahre Grund für die Verzögerung des Nordwall-Ausbaus dürfte im noch nicht abgeschlossenen Aufkauf aller Immobilien durch die Stadt liegen. Stadtbaurat Hardinghaus sah die Stadt Ende Juni hierbei auf einem guten Weg. Doch drei Hauseigentümer weigern sich hartnäckig, ihre Gebäude zu veräußern. Einer von ihnen ist Karsten Schröder, Chef der Firma "malerschröder". Den "guten Weg", auf dem sich die Stadt wähnt, kann er nicht bestätigen. "Man redet nicht mit uns. Das letzte Gespräch hat im Mai 2012 stattgefunden", so Schröder.

Die Verhandlungen seitens der Stadt führt der Liegenschaftsbereich unter Erster Stadträtin Susanne Schmitt. Hier ist man den Preisvorstellungen der Besitzer noch nicht entscheidend entgegen gekommen. Ein Knackpunkt: Die Gewerbetreibenden wollen nicht nur den reinen Verkehrswert der Gebäude bekommen, sondern auch einen Teil der Kosten, die sie für die Herrichtung als Betrieb hatten. Ansonsten zahlen die Eigentümer bei einem Neubau an anderer Stelle kräftig drauf.

Bei der Stadt setzt man nun auf die Aufstellung eines Bebauungsplanes für den Bereich. „Ein rechtskräftiger Bebauungsplan könnte den Verhandlungspartnern Lösungen aufzeigen, wo Wohnen/Gewerbe in welcher baulicher Ausprägung auch künftig möglich sein würde“, so Stadtsprecher Fischer. Einziges Problem: „Eine konkrete Aussage zur Rechtskraft des Bebauungsplanes kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht getroffen werden“, so Fischer.