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Celle Stadt Straßenlärm geht an die Substanz
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Straßenlärm geht an die Substanz
15:55 27.08.2010
Tempo 30 auf der Fuhrberger Landstraße, Nachtfahrverbot für Brummis oder Ortsumgehung? Wietzenbruch will was gegen Verkehr tun Straßenlärm geht an die Substanz - Anwohner machen Vorschläge zur Entlastung der Fuhrberger Landstraße in Wietzenbruch - Von einer ruhigen Straße zu einer vielbefahrenen Durchgangsroute hat sich die Fuhrberger Landstraße in Wietzenbruch über die Jahre entwickelt. Nun wollen die Anwohner dagegen vorgehen. Im Ortsrat gab es mehrere Vorschläge, die nun der Stadt angetragen werden. - Von Björn Schlüter - CELLE. Gerade sind die gerne als „Teppichklopfer“ bezeichneten Bell UH1D-Hubschrauber von Wietzenbruch nach Faßberg verlegt worden. Nun sollte es eigentlich ruhiger werden im Celler Stadtteil. Jedoch ist eine weitere Lärmquelle den Wietzenbruchern ein Dorn im Auge. Auf der Fuhrberger Landstraße nimmt der Verkehr immer stärker zu. Lkw-Fahrer nutzen die Route zu jeder Tages- und Nachtzeit, teils wird gerast. Aufgebrachte Bürger wendeten sich an den Ortsrat, der nun eine ganze Bandbreite von Möglichkeiten von Experten der Stadt prüfen lassen will. - ●Die unwahrscheinliche Lösung: Ein Vorschlag der Bürger war, Wietzenbruch durch eine Umgehungsstraße zu entlasten. „Ein solches Vorhaben dürfte aber aufgrund der finanziellen Situation der Stadt momentan eher illusorisch sein“, gibt Ortsbürgermeister Walter Jochim zu bedenken. Dennoch gebe es durchaus zu realisierende Trassenführungen. „Man müsste dann eine Straße durch das Neustädter Holz führen oder unter Nutzung des Heuwegs nach Hambühren planen“, so Jochim. „Mit ein bisschen Teer ist das aber nicht getan. Teils wären Brücken nicht für entstehende Lasten ausgelegt, teils müssten Anschlussstücke gebaut werden.“ Die Option komplett aus der Debatte halten, wolle er deswegen aber nicht. - ●Die bremsende Lösung: Auch eine Tempo-30-Zone auf der gesamten Länge der Fuhrberger Landstraße könnte zumindest den Lärm und Erschütterungen r Quelle: Torsten Volkmer
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Gerade sind die gerne als „Teppichklopfer“ bezeichneten Bell UH1D-Hubschrauber von Wietzenbruch nach Faßberg verlegt worden. Nun sollte es eigentlich ruhiger werden im Celler Stadtteil. Jedoch ist eine weitere Lärmquelle den Wietzenbruchern ein Dorn im Auge. Auf der Fuhrberger Landstraße nimmt der Verkehr immer stärker zu. Lkw-Fahrer nutzen die Route zu jeder Tages- und Nachtzeit, teils wird gerast. Aufgebrachte Bürger wendeten sich an den Ortsrat, der nun eine ganze Bandbreite von Möglichkeiten von Experten der Stadt prüfen lassen will.

●Die unwahrscheinliche Lösung: Ein Vorschlag der Bürger war, Wietzenbruch durch eine Umgehungsstraße zu entlasten. „Ein solches Vorhaben dürfte aber aufgrund der finanziellen Situation der Stadt momentan eher illusorisch sein“, gibt Ortsbürgermeister Walter Jochim zu bedenken. Dennoch gebe es durchaus zu realisierende Trassenführungen. „Man müsste dann eine Straße durch das Neustädter Holz führen oder unter Nutzung des Heuwegs nach Hambühren planen“, so Jochim. „Mit ein bisschen Teer ist das aber nicht getan. Teils wären Brücken nicht für entstehende Lasten ausgelegt, teils müssten Anschlussstücke gebaut werden.“ Die Option komplett aus der Debatte halten, wolle er deswegen aber nicht.

●Die bremsende Lösung: Auch eine Tempo-30-Zone auf der gesamten Länge der Fuhrberger Landstraße könnte zumindest den Lärm und Erschütterungen reduzieren. „Anwohner haben mir bereits von Rissen an ihren Häusern berichtet. Zwar habe ich nicht überprüft, ob das von den Lkw kommt, unwahrscheinlich ist es allerdings nicht“, so Jochim. „Letzten Endes scheiden sich aber an Tempo 30 die Geister.“ Er sei kein Experte und wisse auch nicht, ob so eine Regelung straßenverkehrsrechtlich überhaupt machbar sei, „nüchtern betrachtet hat sich die Straße inzwischen ja schon zu einer Durchgangsstraße entwickelt“, so der Ortsbürgermeister. „Westen und Norden – wer dorthin will oder von dort nach Celle kommt, fährt durch Wietzenbruch. Tempo 30 würde das nicht ändern aber vielleicht für mehr Ruhe sorgen.“ Sollte sich die Geschwindigkeitsreduzierung nicht umsetzen lassen, so wünschte er sich zumindest mehr Radarkontrollen, um die vielen Tempoverstöße zu ahnden und zu minimieren.

●Die nächtliche Lösung: Ein Nachtfahrverbot für Lkw, die aus Richtung der Tangente kommen und zur Autobahn wollen, ließe sich mit Schildern schnell einrichten. Wieder stellt sich die Frage, ob es überhaupt möglich ist. Jochim: „Es gibt andere Routen, die für den Nachtverkehr ausgelegt sind und die dann befahren werden könnten, daher erscheint diese Lösung durchaus plausibel.“ Fraglich bliebe nur, ob das Problem damit nicht an andere Stelle verlagert würde. Dies zu klären soll aber einmal mehr Aufgabe der Experten sein. Sämtliche Vorschläge werden der Stadt unterbreitet und dürften dann auf die Tagesordnung des nächsten Verkehrsausschusses wandern.

Von Björn Schlüter