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Celle Stadt Straßenmeistereien stehen vor Kostenberg
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Straßenmeistereien stehen vor Kostenberg
17:07 05.02.2010
Celle Stadt

Drei Straßenmeistereien sorgen dieser Tage für freie Straßen im Kreis Celle. Im Stadtgebiet übernimmt der Winterdienst der Straßenreinigung diese Aufgabe, im Umland sind Kreisstraßenmeisterei (Grafik: braun gefärbte Strecken) und Straßenmeisterei Celle der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (Grafik: blaue und grüne Strecken) nach einem besonderen Räumplan im Einsatz. Bei allen hat der starke Schneefall der vergangenen Wochen für ungeahnte Kosten gesorgt.

●Winterdienst Celle: 70000 bis 80000 Euro an zusätzlichen Rechnungen werden wohl auf die Stadt für Material im Winterdienst zukommen. „Mit Personalkosten rechnen wir im Moment mit einem Gesamtbetrag von 500000 bis 700000 Euro“, sagt Pressesprecherin Myriam Meißner. „Ein normaler Winter kostet sonst rund 300000 Euro.“

Diese Kosten werden über die Straßenreinigungsgebühr auf die Bürger umgelegt werden. Das große Glück: Es werden immer fünf Winterdienste zusammen betrachtet. „Im konkreten Fall berechnen sich die Gebühren aus den Jahren 2005 bis 2010. Da die anderen Winter so mild waren, sollte sich an den Gebühren kaum etwas ändern“, erklärt Meißner. Ohnehin fließe der Winterdienst nur zu zehn Prozent in die Straßenreinigungsgebühr ein, was den Effekt des extremen Winters weiter für die Gebührenzahler abfedere.

●Kreisstraßenmeisterei: Holger Gralher vermittelt über die Salzkosten ein Bild von der derzeitigen Lage: „Im langjährigen Mittel geben wir rund 80000 Euro dafür aus“, sagt der Meistereileiter. „Für diesen Winter rechnen wir mit der doppelten Summe.“ Dazu kommen auch noch Einsätze von Fremdfirmen, die zusätzlich entlohnt werden müssten.

Ein zusätzliches Problem entstehe aus den vielen aufgehäuften Überstunden seiner Mitarbeiter. Um für die gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten zu sorgen, werden viele diese Stunden im Frühjahr abbummeln müssen. Gralher: „Daraus resultiert, dass wir dann Aufgaben wie Grünschnitt zunächst nur eingeschränkt nachkommen können.“

●Straßenmeisterei Celle der Landesbehörde: Habe der Vorwinter der Straßenmeisterei Kosten von insgesamt 200000 Euro verursacht, so sei man jetzt bereits vor Ablauf der Saison bei rund 300000 Euro. Im Vorwinter habe es nicht einen Räum- dafür aber 40 Streueinsätze gegeben, erklärt Matthias Reinecke, Leiter der Straßenmeisterei. Bis jetzt habe es in diesem Winter schon weit über 50 Einsätze gegeben. In vielen Fällen handelte es sich um die weit teureren Räumeinsätze.

„Räumen ist außerdem zeitintensiver, weil Strecken mehrfach gefahren werden müssen“, erklärt Reinecke. „Zudem werden Material und Straße sehr viel stärker beansprucht. Die unteren Räumleisten für die Schneepflüge, die sonst zwei Winter halten, wurden an allen 13 Pflügen schon zweimal gewechselt.“ Allein dafür belaufen sich die Materialkosten auf rund 20000 Euro.“

Geld bekommen die Straßenmeistereien aus dem Landes- und Bundeshaushalt und damit ltzten Endes vom Steuerzahler. Mit dem Budget müssen sie allerdings alle Jahresaufgaben finanzieren. Reinecke: „Wir können trotzdem nicht einfach den Winterdienst einstellen und so sparen. Allerdings müssen wir schon sehen, was danach noch an Mitteln übrig ist. Wir hoffen einfach, dass die Politik reagiert und wir mehr Geld bekommen.“

Von Björn Schlüter