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Celle Stadt Straßenreinigung: Weniger Service bei gleichen Gebühren
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Straßenreinigung: Weniger Service bei gleichen Gebühren
14:59 29.12.2011
Von Gunther Meinrenken
Celle Stadt

Im Juni vergangenen Jahres hatte der Rat die komplette Umstellung der Straßenreinigung beschlossen. Kernpunkt: Die Reinigungsintervalle werden deutlich reduziert. Im einzelnen bedeutet das ab kommendem Jahr: In der Reinigungsklasse I ändert sich nichts. In der Innenstadt wird weiterhin täglich sauber gemacht. Straßen in der Reinigungsklasse II werden hingegen nur noch einmal in der Woche angefahren, statt wie bisher zweimal. Auch der Service in den Wohngebieten, in der Regel Reinigungsklasse III, wird halbiert. Ab Januar kommen die Reinigungsfahrzeuge nicht mehr wöchentlich, sondern in 14-täglichem Rhythmus.

Einige Straßen werden künftig gar nicht mehr gereinigt. Sie werden der „Nicht“-Reinigungsklasse IV zugeschlagen, in der die Stadt überhaupt nicht sauber macht. Sprich, die Bürger müssen selbst zum Besen greifen. Welche Straßen davon betroffen sind, ist auf den Internetseiten der Stadt Celle unter www.celle.de einzusehen. „Die Anlieger dieser Straßen sind dann von den Gebühren befreit“, erklärte Stadtsprecherin Myriam Meißner.

Meißner betonte, dass die neue Regelung nicht streng an einen Rhythmus gebunden sein wird. Die Kehrmaschine komme künftig nach Bedarf. Das bedeutet, dass etwa in der Reinigungsklasse III mindestens 26-mal im Jahr gereinigt werde. Ausnahmen seien das Frühjahr, wenn die Straßen von den Resten des Winters befreit werden müssten, und der laubreiche Herbst.

Hintergrund für die Umstellung: Die Stadt will sparen. „Angeregt wurden die jetzigen Änderungen dadurch, dass der Landkreis die Reinigung einiger Straßen wieder selbst übernimmt“, erklärte Manfred Gallasch, Leiter des städtischen Bauhofs. Man habe sich daraufhin das Stadtgebiet angesehen und die etwa 40 kleineren Straßen in die Klasse IV geschoben. „Mit der kleinen Kehrmaschine kommen wir da kaum rein, müssen oft die Handkolonne bemühen“, erläuterte Gallasch, der darauf hinwies, dass die Stadt in diesen Straßen grundsätzlich auch keinen Winterdienst verrichte. „Im Notfall kommen wir aber auch dort mal vorbei“, so Gallasch.

Insgesamt spart die Stadt eine große Kehrmaschine (Anschaffungskosten 125.000 Euro) und eine kleine Kehrmaschine (90.000 Euro) ein. Die Betriebskosten würden so um 147.000 Euro reduziert. Zwei Stellen würden mittelfristig nicht mehr besetzt, wenn die Fahrer in den Ruhestand gehen. Das werde im März kommenden Jahres und in 2013 der Fall sein.

Dass in den Straßen der Klasse IV nun die Gullis verstopfen, weil die Anwohner das Laub nicht von der Straße fegen, befürchtet Gallasch nicht. „Es gibt schon Straßen in Celle, in denen wir nicht reinigen. Dort ist dieses Problem in der Vergangenheit nicht aufgetreten.“ Ansonsten müsste sich die Nachbarschaft organisieren, damit etwa „die Böllerreste nicht bis März liegen bleiben“.

Dass die Gebühren nicht gesenkt werden, läge am Doppelhaushalt 2011/2012, so Gallasch. Die dort festgelegten Sätze würden auch dazu dienen, die enormen Winterdienstkosten in Höhe von 1,1 Millionen Euro aus dem Vorjahr zu kompensieren.