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Celle Stadt „Strategisches Dreieck“ als Perspektive für Wietzenbruch
Celle Aus der Stadt Celle Stadt „Strategisches Dreieck“ als Perspektive für Wietzenbruch
16:04 02.08.2010
Von Michael Ende
Zukunft des Standortes Wietzenbruch Heeresflieger General und Henning Otte MdB CDU Quelle: Peter Müller
Celle Stadt

WIETZENBRUCH. Veraltete Panzer, Fahrzeuge und Hubschrauber, die Wehrpflicht – Auslaufmodelle hat die Bundeswehr derzeit mehr als genug. Die Armee muss einen rigiden Sparbefehl der Politik befolgen und sich ganz neu aufstellen. Da stellt sich die Frage, ob Standorte wie das Wietzenbrucher Ausbildungszentrum C der Heeresfliegerwaffenschule auch zu den Auslaufmodellen gehört – immerhin werden hier Piloten auf Hubschraubertypen wie der Bell UH1D oder der BO105 trainiert, die ausgemustert werden sollen. „Diese Überlegungen treffen uns nicht unerwartet“, sagt der Celler CDU-Bundestagsabgeordnete Hennig Otte, der als Mitglied im Bundesverteidigungsausschuss weiß, woher der Wind weht: „Wir haben ein Konzept in der Tasche, das in den letzten sieben Jahren aufgebaut worden ist.“

Über dieses Zukunftskonzept hat Otte mehrfach und intensiv mit Brigadegeneral Reinhard Wolski, General der Heeresfliegertruppe und Kommandeur der Heeresfliegerwaffenschule Bückeburg, diskutiert. Das Ergebnis: „Grundsätzlich sind wir, was die Bundeswehr angeht, in unserem Wahlkreis gut aufgestellt.“ Und so solle es auch bleiben: „Die Perspektive ist die Bildung eines strategischen Dreiecks mit der Bückeburger Schule, dem Faßberger Heeresfliegereinsatzregiment und dem Wietzenbrucher Ausbildungszentrum – und das in unmittelbarer Nähe der auch zukünftig wichtigen Truppenübungsplätze Bergen und Munster.“ Den Planern schwebe eine „Clusterbildung“ vor. Militärische Abkürzung des neuen Kräftemassierung: „AMCoE – Air Maneuver Center of Excellence für Drehflügler“.

Der Zukunftsplan sehe für die Wietzenbrucher Immelmann-Kaserne die Einrichtung eines „Taktisch Operationellen Trainingszentrums für Drehflügler“ vor, so Otte. Hier sollten beim „AMTLT – Air Maneuver Technical Leadership Training“ Einsatzgrundsätze für den neuen Transporthubschrauber NH 90 perfektioniert werden. Dieser Prototyp des hochrealistischen Missionstrainings beinhaltet die Vernetzung einer Vielzahl von Flugsimulatoren und die Integration von Führungsinformationssystemen. Während noch nicht abzusehen sei, wie sehr der BO105-Ausbildungsbetrieb in Wietzenbruch eingeschränkt werde, stehe fest, dass die „Teppichklopfer“ vom Typ Bell UH1D noch in diesem Jahr vom Himmel verschwinden würden. Dafür könnte ein neuer Helikopter in Wietzenbruch durchstarten, so Otte: „Zum Konzept gehört, dass hier künftig die Basis für die Tiger-Hubschrauber sein wird, die zum Schießbetrieb nach Bergen oder Munster fliegen.“

Als integraler Teil des AMCoE, zu dem auch Faßberg als NH90-Standort und technische Schule der Luftwaffe zählen würde, wäre der Standort Wietzenbruch zukunftsfähig und gesichert, so Otte: „Ob es auch so kommt, wie wir hoffen, zeigt sich im September, wenn die Strukturentscheidungen getroffen werden.“